Atome des superschweren Elements 117 erzeugt

2. Mai 2014, 13:41
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Erstmals in Russland nachgewiesenes Element hat einen weiteren Schritt zur offiziellen Anerkennung absolviert

Darmstadt/Mainz - Es hat noch keinen eigentlichen Namen, sondern trägt gemäß seiner Ordnungszahl 117 die vorläufige Bezeichnung "Ununseptium". Erstmals erzeugt werden konnte das superschwere Element vor vier Jahren am Kernforschungszentrum Dubna bei Moskau. Nun haben Forscher in Deutschland die russischen Ergebnisse bestätigt und mit der Beschleunigeranlage des Darmstädter Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung mehrere Atome des Elements erzeugt, wie die Universität Mainz berichtet.

Die gemessenen Eigenschaften von Element 117 stehen den Forschern zufolge im Einklang mit früheren Befunden aus Dubna - eine solche Bestätigung ist für eine offizielle Anerkennung des neuen Elements - und damit in weiterer Folge auch für eine Namensfindung - notwendig.

Aufwändige Herstellung

Elemente jenseits der Ordnungszahl 104 werden als superschwere Elemente bezeichnet. In der Natur ist bislang kein solches Element gefunden worden, sie können aber künstlich hergestellt werden - allerdings zerfallen sie sehr schnell.

Zur Erzeugung des Elements 117 beschleunigte ein internationales Forscherteam unter Leitung von Christoph Düllmann Atomkerne des Elements Calcium und schoss sie auf Atomkerne des Elements Berkelium. Dadurch können zwei Atomkerne der beiden Elemente verschmelzen, sodass ein neuer Atomkern entsteht, der sich aus der Summe der beiden Ausgangselemente ergibt (gemäß der jeweiligen Ordungszahlen ergibt das in diesem Fall: 20+97=117). Isoliert und nachgewiesen wurde Ununseptium mit dem Magnetseparator TASCA ("TransActinide Separator and Chemistry Apparatus"). 

Bei dem Experiment entstanden außerdem Atome der Elemente Dubnium und Lawrencium mit außergewöhnlich langen Lebensdauern. Deren Nachweis war nur durch eine extrem verfeinerte Messmethode möglich und stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur sogenannten "Insel der Stabilität" dar, auch "magische Zahl" genannt: Also einer Anzahl von Neutronen und Protonen im Atomkern, bei der im Grundzustand des Kerns eine höhere Stabilität herrscht als bei benachbarten Varianten. (red, derStandard.at, 2. 5. 2014)

 

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