Abkommen: Rebellen soll Rückzug aus Homs ermöglicht werden

2. Mai 2014, 16:13
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Stadt galt lange als Hochburg der Aufständischen

Damaskus - Die bewaffnete syrische Opposition hat ihre einstige Hochburg Homs offenbar endgültig an die Regierungstruppen verloren. Wie oppositionsnahe Aktivisten am Freitag mitteilten, einigten sich die Kriegsparteien auf eine Waffenruhe, im Zuge derer sich die Rebellen aus der westlichen Metropole zurückziehen sollen. Regierungstreue Medien berichteten Ähnliches. Wenn der Rückzug tatsächlich erfolgt, wäre das vier Wochen vor der syrischen Präsidentschaftswahl ein entscheidender Sieg für Staatschef Bashar al-Assad.

Mehr als tausend Rebellen in Homs

In der Altstadt von Homs und in umliegenden Bezirken, in denen in der Vergangenheit heftig gekämpft wurde, sei eine Waffenruhe in Kraft getreten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zuvor hatten sich beide Seiten auf ein Abkommen geeinigt, das außer der Feuerpause auch den Rückzug der Aufständischen vorsieht. Betroffen sind demnach mehr als tausend Rebellen, die sich "in Richtung Norden der Provinz Homs" zurückziehen sollen.

Nach dem Abzug solle die Regierungsarmee "die Kontrolle über die Gebiete wieder übernehmen", erklärte die Beobachtungsstelle. Ein Aktivist in Homs bestätigte der Nachrichtenagentur AFP das Abkommen, das einen "sicheren Rückzug" der Rebellen vorsehe. Diese dürften ihre Waffen behalten, sagte Thaer al-Khalidiyeh. Noch habe der Rückzug aber nicht begonnen. Die Waffenruhe selbst soll demnach zwei Tage dauern, die Beobachtungsstelle sprach von einem Tag.

Einst "Hauptstadt der Revolution"

Homs galt einst als Hauptstadt der Revolution, da die zunächst friedlichen Proteste gegen die Regierung dort besonders stark waren. Im Lauf des jahrelangen Bürgerkriegs eroberte die Armee die meisten Stadtteile wieder zurück. Seit zwei Jahren ist die Stadt von Regierungstruppen belagert, es fehlt an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Sollten die Rebellen aus den vereinbarten Gebieten abziehen, haben sie nur noch Kontrolle über den Bezirk al-Waer am Stadtrand.

In anderen Landesteilen hielten die Kämpfe unvermindert an. Im nördlichen Aleppo drangen die Regimetruppen in mehrere Gebiete vor, die bisher von Rebellen gehalten worden waren. Laut einem Bericht der oppositionsnahen Menschenrechtsbeobachter gelang es ihnen unter anderem, die Zufahrtswege im Nordosten der Großstadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie seien dabei von der Luftwaffe und von ausländischen Milizen unterstützt worden. Aufseiten der Rebellen kämpften nach diesen Angaben auch Terroristen der islamistischen Al-Nusra-Front.

Zwei Selbstmordanschläge in Hama

In der Provinz Hama wurden staatlichen Medienberichten zufolge am Freitag mindestens 20 Menschen bei zwei Selbstmordanschlägen getötet, darunter zwölf Kinder. Die Anschläge trafen demnach die Ortschaften Jibrin und al-Humairi. Aktivisten zufolge werden die beiden Dörfer mehrheitlich von Mitgliedern der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnt, der auch Machthaber Assad angehört.

Seit mehreren Monaten bekämpfen sich in Syrien auch Rebellengruppen gegenseitig, vor allem geht die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Al-Nusra-Front zusammen mit dem Bündnis Islamische Front gegen die radikale Gruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS) vor. Dieser werfen sie vor, in den von ihr kontrollierten Gebieten zahlreiche Übergriffe auf Zivilisten und rivalisierende Rebellen zu verüben.

Al-Nusra-Front von Al-Kaida-Chef kritisiert

Schon mehrmals forderte Al-Kaida ISIS zur Auflösung auf und distanzierte sich von den Kämpfern. In einer am Freitag veröffentlichten Audiobotschaft forderte Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahiri nun die Al-Nusra-Front auf, die Kämpfe mit den rivalisierenden Jihadisten einzustellen. Stattdessen solle sich die Gruppe darauf konzentrieren, "die Feinde des Islams zu bekämpfen" - vor allem Schiiten und den syrischen Führungsclan. (APA, 2.5.2014)

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