Pneumologen: Rauchen verursacht Asthma bei Jugendlichen

2. Mai 2014, 12:38
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Wer einmal raucht, gehört einer Risikogruppe an, die leichter Allergien und Asthma bronchiale entwickelt - auch E-Shishas sind gefährlich, so Experte Felix Wantke

Österreichs Lungenspezialisten geben anlässlich des Welt-Asthma-Tages am 6. Mai eine dringende Warnung ab. Bei Jugendlichen führt das Rauchen nämlich oft zu der gefährlichen chronischen Lungenerkrankung.  "Dass auch Asthma bronchiale zu den gefährlichen Folgeerscheinungen des Rauchens zählt, ist viel zu wenig bekannt", sagt Felix Wantke, stellvertretender Arbeitskreisleiter für Asthma und Allergie der Fachgesellschaft.

Früher Rauchbeginn

Laut einer OECD-Studie aus dem Jahr 2013 rauchen 25 Prozent der 15-jährigen Österreicher zumindest ein Mal pro Woche. Betrachte man allein die Gruppe der 15-jährigen Mädchen, sind es sogar 29 Prozent. Somit liege Österreich klar an führender Stelle der OECD-Länder, gefolgt von Tschechien und Ungarn. Der Einstieg in die "Raucherkarriere" erfolgt in vielen Fällen schon sehr früh und kann in weiterer Folge zu einer ganzen Reihe von lebensbedrohlichen Lungenerkrankungen wie COPD und Lungenkrebs führen.

Asthma ist eine Erkrankung, die hauptsächlich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene belastet. "Rauchen ist zwar ein Problem, das alle Altersstufen betrifft, vom ungeborenen Kind bis zum hoch betagten Menschen, aber wer einmal raucht, gehört einer Risikogruppe an, die leichter Allergien und Asthma bronchiale entwickelt", so der Lungenspezialist.

E-Shishas: "Gefährlicher Trend"

In diesem Zusammenhang sind die sogenannten E-Shishas in den Fokus der Kritik geraten. Die kleinen, tragbaren elektronischen Wasserpfeifen verdampfen ein aromatisiertes Liquid mittels Heizmodul. Der Rauch schmeckt süßlich nach Früchten und zielt somit gerade auf ein junges Publikum ab.

Dies sei ein gefährlicher Trend, so Wantke, denn zum einen ist keineswegs geklärt, ob die verdampften Inhalationsstoffe der E-Wasserpfeifen, die unter anderem damit beworben werden, dass sie kein Nikotin freisetzen, tatsächlich ungiftig sind. Zum anderen verankert auch der Gebrauch von Shishas eindeutig Raucherverhalten, das nur schwer abgewöhnt werden kann. "Auf diese Weise wird bei vielen Jugendlichen in dieser Prägephase des Lebens das Tor zu einer Raucherkarriere aufgestoßen", warnte der Experte.

Klar belegt sei: Rauchen, sowohl aktiv als auch passiv, erhöht das Risiko, an einer allergischen Erkrankung und an Asthma bronchiale zu erkranken. Das betrifft vor allem Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, aber natürlich auch Jugendliche und Erwachsene. Doch der junge Organismus reagiert empfindlicher auf Rauch als der ältere. Das betrifft einerseits das Immunsystem, welches bei Rauchexposition die Weichen in Richtung Allergieentwicklung stellt, andererseits die empfindliche Schleimhaut der Bronchien, die mitunter irreversiblen Schaden nimmt. (APA, derStandard.at, 2.5.2014)

  • Österreich ist bei der Zahl jugendlicher Raucher unter den Spitzenreitern in Europa.
    foto: ap/daniel ochoa de loza

    Österreich ist bei der Zahl jugendlicher Raucher unter den Spitzenreitern in Europa.

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