Familienministerium unterstützt Praktikanten mit Checkliste

2. Mai 2014, 12:35
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Jugendliche werden über Rechtslage informiert - Keine gesetzlichen Änderungen geplant

Wien - Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) hat am Freitag den von ihrem Vorgänger Reinhold Mitterlehner (ÖVP) versprochenen "Praktika-Check" präsentiert. Die Gesetzeslage sei zwischen Pflichtpraktika und Freiwilligkeit, zwischen bezahlten und unentgeltlichen Tätigkeiten äußerst komplex räumte Karmasin ein. Sie wäre in ihrem früheren Job als Unternehmerin für klare Unterlagen dankbar gewesen.

Keine neuen Gesetze

Unterschieden werden müsse zwischen Pflichtpraktikum im Rahmen einer Ausbildung, freiwilligem Praktikum zur Sammlung von Berufserfahrung und Volontariat, letzteres ohne Arbeitsverpflichtung und ohne das Recht auf Entlohnung. Insgesamt gehe die Bandbreite von einer unbezahlten Ausbildung bis zu einem echten Arbeitsverhältnis. Angesichts der derzeit vorhandenen Unklarheiten will Karmasin besser informieren, neue rechtliche Initiativen plane sie aber nicht.

Es werden unterschiedliche Checklisten für Jugendliche, Eltern, Unternehmen und Schulen angeboten. Jugendliche werden dabei etwa über rechtliche Voraussetzungen für Praktika informiert und Tipps für das Bewerbungsgespräch gegeben. Die Jugendlichen werden zum Beispiel auch daran erinnert, dass sie überprüfen müssen, ob sie bei der Sozialversicherung angemeldet wurden.

Generation Praktikum "kein großes Thema"

Karmasin erinnerte auch an den Jugendmonitor, wonach ein Drittel der 14 bis 17-Jährigen bereits Erfahrung mit Praktika haben. Unter den 22- bis 24-Jährigen sind es zwei Drittel. Ob es tatsächlich eine "Generation Praktikum" gibt, in der junge Menschen zahlreiche Praktika hintereinander machen müssen ohne eine Fixanstellung zu bekommen, lasse sich aus den vorliegenden Zahlen nicht sagen, so die Ministerin. Aber nachdem 95 Prozent mit dem Praktikum zufrieden waren, "sehe ich da kein so großes Thema". Auch dass wesentlich mehr Menschen ihr Praktikum über Familie oder Bekannte fanden als über eine Initiativbewerbung oder nach einer Ausschreibung, sei kein Zeichen dafür, dass man Beziehungen brauche um eine Stelle zu finden, sondern zeige, dass junge Menschen den Empfehlungen aus ihrem sozialen Umfeld vertrauen.

Vereinbarkeit mit Familie für Jugendliche sehr wichtig

Einen "Paradigmenwechsel" in der Haltung zum Beruf sieht Karmasin hingegen darin, dass zwar 51 Prozent der Jugendlichen die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie für "sehr wichtig" halten, aber nur 41 Prozent ein hohes Einkommen und nur 35 Prozent große Karrierechancen damit verbinden. Darauf müsse sich die Politik einstellen, das sei früher ganz anders gewesen. Der ideale Job müsse aus Sicht der Jugendlichen vor allem Spass machen und interessieren - beides halten 73 Prozent der Befragten für "sehr wichtig". (APA/red, derStandard.at, 2.5.2014)

  • Die Generation Praktikum ist für Familienministerin Sophie Karmasin kein großes Thema.
    foto: apa/hochmuth

    Die Generation Praktikum ist für Familienministerin Sophie Karmasin kein großes Thema.

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