EU-Wahl: SPÖ wirbt nun mit "Sozial statt egal"

2. Mai 2014, 11:54
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Darabos geht von Platz eins aus und hofft auf hohe Wahlbeteiligung - ÖVP kritisiert "Retro-Wahlprogramm der Sozialisten"

Wien - Die SPÖ hat am Freitag jene Kampagne präsentiert, mit der sie bis zum Wahltag um Stimmen für Spitzenkandidat Eugen Freund und sein Team werben wird. Der Slogan lautet "Sozial statt egal" und soll mithelfen, dass jene, die in der europäischen Politik eine Wende wollen, auch tatsächlich zur Urne schreiten, wie Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos bei einer Pressekonferenz erläuterte.

Die Chancen, am 25. Mai zur stärksten Partei aufzusteigen, sieht der Wahlkampfleiter intakt. Gehe es nach Umfragen, wäre die SPÖ als Nummer eins sogar relativ gut abgesichert, sagt Darabos.

Dass es die Sozialdemokraten an der Spitze des Europäischen Parlaments braucht, steht für den Bundesgeschäftsführer ohnehin außer Frage. Immerhin habe sogar der Spitzenmann der Europäischen Volkspartei Jean-Claude Juncker gemeint, dass Zeit für einen Wechsel sei.

Kritik an EVP

Das könne nur bedeuten, dass die Sozialdemokratie zur stärksten Fraktion aufsteige. Denn Juncker und mit ihm auch ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas hätten als stärkste Fraktion jetzt 15 Jahre Zeit gehabt "und sie haben versagt", verwies Darabos auf 26 Millionen Arbeitslose in der Union.

Kritik an der Europäischen Volkspartei gab es auch von Spitzenkandidat Freund zu hören. Diesem missfällt gründlich, dass die EVP die ungarische Fidesz und Silvio Berlusconis Forza Italia in ihren Reihen habe. Von Karas erwartet Freund eine Distanzierung von diesen Parteien, ohne die die EVP schon jetzt über keine Mehrheit mehr verfügte.

ÖVP: "Klassenkampf im Kopf"

Die ÖVP konterte in einer Aussendung. "Klassenkampf im Kopf, Kommunismus im Herzen - das ist das Retro-Wahlprogramm der Sozialisten", sagte ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel. Bei der SPÖ gebe es nur Neid, Missgunst und Klassenkampf, aber keine einzige Idee, wie neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Der Wettbewerb der besseren Ideen und die Idee eines besseren Europas sollten im Mittelpunkt stehen - nicht klassenkämpferische Parolen. (APA, 2.5.2014)

  • Eugen Freund präsentiert das Plakat mit großen Gesten.
    foto: apa/pfarrhofer

    Eugen Freund präsentiert das Plakat mit großen Gesten.

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