EU hob Zulassung von höher dosierten Metoclopramid-Tropfen auf

2. Mai 2014, 10:30
26 Postings

Anti-Übelkeits-Mittel wie "Paspertin" sind aufgrund häufiger Überdosierungen und neurologischer Nebenwirkungen nicht länger zugelassen

Die EU-Kommission hat mit sofortiger Wirkung die Zulassung für klassische Anti-Übelkeit-Tropfen mit dem Wirkstoff Metoclopramid in höherer Dosierung (ab mehr als einem Milligramm Wirkstoff pro Milliliter) aufgehoben. Das teilte das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen mit. Der Grund sind relativ häufige Überdosierungen bei Kindern.

Neurologische Nebenwirkungen

Metoclopramid (zum Beispiel "Paspertin") ist seit langem dafür bekannt, dass es auch neurologische Nebenwirkungen verursachen kann. "Hinsichtlich der Anwendung bei Kindern liegen in beträchtlicher Anzahl Meldungen über Fälle von Überdosierungen vor", stellten die Experten fest. In Österreich sind von der Maßnahme drei Produkte (Tropfen mit vier Milligramm pro Milliliter) betroffen. Filmtabletten mit dem Wirkstoff bleiben davon unberührt.

In Zukunft sollen eventuell Tropfen mit geringerer Dosierung (ein Milligramm pro Milliliter) mit verbesserter Dosiermöglichkeit konform zu den nun strengeren EU-Regeln zugelassen werden. Dies dürfte aber noch bis Ende kommenden Jahres dauern. Metoclopramid ist auch ein altbekanntes Mittel für die Reiseapotheke. Es sollte nicht länger als fünf Tage verwendet werden. (APA, derStandard.at, 2.5.2014)

Share if you care.