Qualvoller Tod: Leiter von Oklahomas Strafvollzug will Hinrichtungen aussetzen

2. Mai 2014, 08:49
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Hinrichtungsprozeduren müssten vollständig überprüft werden

Washington - Nach der qualvollen Hinrichtung eines Mannes in Oklahoma hat sich der Strafvollzugschef des US-Staats dafür ausgesprochen, alle Exekutionen auf unbestimmte Zeit auszusetzen. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin, eine entschiedene Befürworterin der Todesstrafe, schrieb Robert Patton, die Hinrichtungsprozeduren müssten vollständig überprüft werden.

Spritze in die Leiste

In dem Schreiben befürwortet der Strafvollzugschef außerdem eine "externe Untersuchung" der Umstände bei der Hinrichtung des wegen Mordes verurteilten Clayton Lockett am Dienstag. Patton zeichnet in dem Brief den zeitlichen Ablauf der Hinrichtung nach. Er erwähnt, dass Lockett sich einen Tag zuvor den rechten Arm zerfetzte. Am Dienstagmorgen sei mit einer Elektroschockpistole auf ihn geschossen worden. Er sei gewaltsam aus seiner Zelle geholt und geröntgt worden. Die Giftspritze sei ihm in die Leiste verabreicht worden, da es an Armen und Beinen keine geeignete Stelle gegeben habe. Die Rechtsanwältin Madeline Cohen meinte dazu, das Gift sei nicht in Locketts Venen, sondern in sein Fleisch injiziert worden.

Die Exekution war dann laut Gefängnisverwaltung nach wenigen Minuten gestoppt worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab und die Mittel nicht in den Blutkreislauf des Todeskandidaten gelangten. 43 Minuten nach Verabreichung der nicht erprobten Giftmischung habe Lockett dann einen Herzinfarkt erlitten. In der Zwischenzeit rang Lockett nach Luft, bäumte sich auf und wand sich in einem grauenvollen Todeskampf vor Schmerz, wie Medien berichteten.

"Zu Tode gefoltert"

Die für etwa anderthalb Stunden später geplante Hinrichtung von Locketts Mitgefangenem Charles Warner wurde nach dem Vorfall um zwei Wochen verschoben. Der US-Staat hatte erstmals seit 80 Jahren zwei Hinrichtungen an einem Tag angesetzt. Warners Anwältin Cohen erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. "Clayton Lockett wurde zu Tode gefoltert", erklärte die Juristin. Sie forderte eine Untersuchung und eine Obduktion. Zugleich erneuerte sie die Forderung nach "vollständigen Informationen" über Zusammensetzung und Herkunft der Substanzen der Giftmischung. (APA/AFP)

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