Großglockner: Hochalpines für bequeme Firnfreaks

2. Mai 2014, 16:57
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Mit den Tourenskiern auf dem Autodach ins Freibad? Nach einer Maitour auf der Glocknerstraße ist das durchaus drin

Es ist Mai, Gastgartenwetter, 25 Grad und mehr sind möglich. Während die Ersten schon die eine oder andere Länge im Freibad herunterspulen, stehen die wirklichen Freaks im Keller und wachseln die Tourenski: Morgen geht's auf die Glocknerstraße.

Heuer wird die Skitourengemeinde besonders häufig und wohl bis in den Juni hinein zu den Gipfeln entlang der in den 1930er-Jahren als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme erbauten Großglockner-Hochalpenstraße pilgern: Nach den starken Schneefällen südlich des Alpenhauptkamms diesen Winter liegt rund ein Drittel mehr Schnee als durchschnittlich. Mit geradezu furchteinflößenden Rotationspflügen wird die Straße Jahr für Jahr von den Schneemassen befreit, um die Wintersperre Ende April aufheben zu können.

Für die Skibergsteiger eröffnet sich dann ein wahres Paradies: Wie aufgefädelt stehen die kleinen Dreitausender direkt an der Straße, das anderenorts bei Frühjahrstouren oft notwendige Tragen der Ski kann entfallen. Es kommt aber noch besser: Viele der Tourenziele sind technisch nicht allzu schwer und erfordern meist nur Kondition für etwa eintausend Höhenmeter im Anstieg. Die Straße selbst führt schon auf bis zu 2500 Meter Seehöhe hinauf.

Für den bequemen Firngenuss in hochalpiner Landschaft muss man also nur mehr den richtigen Zeitpunkt für die Abfahrt erwischen: Der durch die nächtliche Abstrahlung gefrorene Harschdeckel soll nur wenige Zentimeter angetaut sein, dann ist der Schnee so richtig schmierig. Bei einer Tour auf das Hintere Modereck (2930 m) oder die benachbarte Noespitze (3005 m) ist dies besonders einfach: Vom Hochtor - dem höchsten Punkt der Alpenstraße - geht es in der Früh gerade einmal 500 Höhenmeter hinauf, dann kann man auf dem Gipfel auf den geeigneten Abfahrtszeitpunkt warten.

Hinunter geht es dann die Weißenbachrinne, eben so weit, wie der Schnee reicht; normalerweise bis zirka 2000 Meter Seehöhe. Für den Gegenanstieg retour zum Hochtor kann man sich Zeit lassen, dann ist es nämlich schon ziemlich egal, wenn der Schnee tief und ein wenig batzig ist.

Auf das Freibad muss man trotzdem nicht verzichten. Im Gegenteil: Frühjahrsskitouren müssen spätestens zu Mittag abgeschlossen sein. Nach einer Einkehr beim Mankeiwirt geht es mit dem Auto wieder ins Tal, dann steht einem Sprung ins Wasser nichts mehr im Weg - beispielsweise in den um diese Jahreszeit allerdings ziemlich frischen Pinzgauer Zeller See. Also: Ski wachseln und Badehose einpacken. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, Album, 3.5.2014)

  • Das Steinmandl vor der Weißenbachscharte weist den Weg ostwärts zum Modereck.
    foto: thomas neuhold

    Das Steinmandl vor der Weißenbachscharte weist den Weg ostwärts zum Modereck.

  • Anreise: Mit dem Pkw auf der Großglockner-Hochalpenstraße (Tagesmaut 34 Euro) bis zum Parkplatz beim Hochtor auf der Nordseite. Straßenzustandsinformation: www.grossglockner.at
Aufstieg: Vom Hochtor flach entlang des Alpenhauptkamms nach Osten über die Rossscharte in die Weißenbachscharte. Auf das Hintere Modereck von der Scharte durch ein großes Becken nördlich des Gipfelaufbaus vorbei und zuletzt steiler nach Süden auf den felsigen Gipfel. Auf die Noespitze direkt vom Bergfuß des Moderecks nach Südosten auf einer Art Rampe zum höchsten Punkt.
Abfahrt: Von der Weißenbachscharte oder vom Modereck direkt in die Weißenbachrinne, von der Noespitze östlich des Vorderen Moderecks vorbei in die Rinne und bis zum Schneeende (meist auf rund 2000 Meter Seehöhe).
Gegenanstieg: Die Weißenbachrinne aufsteigen und etwas vor der Scharte über das Plattenkar zum Anstiegsweg und retour zum Hochtor.
Schwierigkeiten/Lawinengefahr: Einfache Skitour, die allerdings in hochalpines Gelände führt und entsprechende Bekleidung und Ausrüstung (Harscheisen) erfordert. Bei Firnbedingungen geringe Lawinengefahr, rechtzeitiger Aufbruch vorausgesetzt. Bei Nebel Orientierungsprobleme.
Einkehr: Gasthof Fuscherlacke "Mankeiwirt" an der Glockner-Hochalpenstraße. 
Karte: AV-Karte Nr. 40 "Großglocknergruppe", 1:25.000.
Literatur: Hutter/Neuhold, "Skitourenatlas Salzburg/Berchtesgaden", Pustet 2011. Bustour: Zum Saisonabschluss bieten die Salzburger Naturfreunde traditionell die Weißenbachrinne als geführte Bustour mit Rückfahrt vom Rauriser Tauernhaus an. www.salzburg.naturfreunde.at
    grafik: der standard

    Anreise: Mit dem Pkw auf der Großglockner-Hochalpenstraße (Tagesmaut 34 Euro) bis zum Parkplatz beim Hochtor auf der Nordseite. Straßenzustandsinformation: www.grossglockner.at

    Aufstieg: Vom Hochtor flach entlang des Alpenhauptkamms nach Osten über die Rossscharte in die Weißenbachscharte. Auf das Hintere Modereck von der Scharte durch ein großes Becken nördlich des Gipfelaufbaus vorbei und zuletzt steiler nach Süden auf den felsigen Gipfel. Auf die Noespitze direkt vom Bergfuß des Moderecks nach Südosten auf einer Art Rampe zum höchsten Punkt.

    Abfahrt: Von der Weißenbachscharte oder vom Modereck direkt in die Weißenbachrinne, von der Noespitze östlich des Vorderen Moderecks vorbei in die Rinne und bis zum Schneeende (meist auf rund 2000 Meter Seehöhe).

    Gegenanstieg: Die Weißenbachrinne aufsteigen und etwas vor der Scharte über das Plattenkar zum Anstiegsweg und retour zum Hochtor.

    Schwierigkeiten/Lawinengefahr: Einfache Skitour, die allerdings in hochalpines Gelände führt und entsprechende Bekleidung und Ausrüstung (Harscheisen) erfordert. Bei Firnbedingungen geringe Lawinengefahr, rechtzeitiger Aufbruch vorausgesetzt. Bei Nebel Orientierungsprobleme.

    Einkehr: Gasthof Fuscherlacke "Mankeiwirt" an der Glockner-Hochalpenstraße. 

    Karte: AV-Karte Nr. 40 "Großglocknergruppe", 1:25.000.

    Literatur: Hutter/Neuhold, "Skitourenatlas Salzburg/Berchtesgaden", Pustet 2011. Bustour: Zum Saisonabschluss bieten die Salzburger Naturfreunde traditionell die Weißenbachrinne als geführte Bustour mit Rückfahrt vom Rauriser Tauernhaus an. www.salzburg.naturfreunde.at

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