USA: Fed kauft weniger, Wirtschaft wächst weniger

1. Mai 2014, 17:49
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Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal stagniert, dennoch hat die Notenbank Fed die Anleihenkäufe weiter gedrosselt

Washington/Wien - Die US-Wirtschaft hat im ersten Quartal stagniert. Von Wachstumslokomotive keine Spur. Ein Miniplus von 0,1 Prozent blieb übrig, und bereits diese Zahl ist das hochgerechnete Jahreswachstum, geht aus den Zahlen des Handelsministerium hervor. Die maue Dynamik dürfte einen weiteren Trend verstärken. Denn laut Berechnungen der Weltbank wird China die USA als weltgrößte Wirtschaft noch dieses Jahr überholen, nicht erst 2019. Grund für den schnelleren Wechsel an der Spitze ist eine methodische Veränderung zur Berechnung der Kaufkraft.

Die magere Expansion hat die US-Notenbank Fed am Mittwochabend nicht davon abgehalten, ihr Anleihenkaufprogramm (QE) um weitere zehn Milliarden Dollar zu drosseln und nur noch 45 Mrd. in Anleihen zu investieren. Als die Fed 2011 das Wachstum der Stützungskäufe drosselte, ist das Wirtschaftswachstum daraufhin gesunken.

Für Paul Ashworth, US-Chefvolkswirt von Capital Economics, war das erste Quartal 2014 ein negativer Ausreißer. Denn der harte Winter habe die Investitionen von Unternehmen drastisch einbrechen lassen. Er erwartet nach dem extrem schwachen ersten Quartal ein umso stärkeres zweites mit einem Wachstum von 3,5 Prozent. Darauf ließe sich auch wegen der sehr guten Zahlen zur Industrie am Donnerstag schließen. "Die jüngsten Daten zeugen von einem deutlich stärkeren zweiten Quartal." Die Fed selbst erwartet eine stärkere Erholung angesichts eines robusten Arbeitsmarktes und steigender Kauflaune. Die Anleihenkäufe der US-Notenbank hätten damit gar nicht so viel zu tun: "QE hat der Realwirtschaft nicht viel gebracht, eine Drosselung der Anleihenkäufe wird jetzt die Konjunktur nicht einbrechen lassen", glaubt Ashworth.

Am US-Aktienmarkt hat der Dow Jones jedenfalls mit Kursgewinnen auf die Fed-Entscheidung reagiert und am Mittwoch auf einem neuen Rekordhoch geschlossen. Am Donnerstag öffneten die US-Börsen nahezu unverändert. Nach turbulenten Tagen waren wieder Internetaktien wie Facebook und Twitter gefragt. Europas Leitbörsen waren am Donnerstag feiertagsbedingt geschlossen. (sulu, DER STANDARD, 2.5.2014)

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    foto: reuters/kacper pempel
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