Der rasende Planet

30. April 2014, 19:00
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Astrophysiker konnten erstmals die Länge eines Tages auf einem Exoplaneten messen: Auf Beta Pictoris b dauert er nur acht Stunden

Antofagasta/Leiden  -  63 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet sich im südlichen Sternbild Pictor (Bildhauer) der Exoplanet Beta Pictoris b.  Vor fast sechs Jahren wurde er von französischen Astrophysikern am Very Large Telecope (VLT)  in der chilenischen Atacama-Wüste entdeckt. Der Planet ist riesig – sein Durchmesser ist 65 Prozent größer als der des Jupiter, des größten Planeten im Sonnensystem.

Beta Pictoris b ist mehr als 16 mal so groß und 3.000 mal so schwer wie die Erde. Auch  seine Rotationsgeschwindigkeit liegt deutlich über den aus dem Sonnensystem bekannten Messgrößen: An seinem Äquator kommt er ins Rasen – mit 100.000 Kilometern pro Stunde. Zum Vergleich: Der Jupiter bewegt sich am Äquator mit etwa 47.000 Kilometern pro Stunde, die Erde erreicht hier nur vergleichsweise beschauliche 1.700 Kilometern in der Stunde. Ein Tag auf Beta Pictoris b dauert daher nur acht Stunden. Das haben Wissenschafter der Universität Leiden und des Netherlands Institute for Space Research (SRON) nun wieder am VLT herausgefunden und einen Artikel darüber in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" publiziert.

Beta Pictoris b war einer der ersten Exoplaneten, die direkt abgebildet werden konnten. Er umkreist seinen Mutterstern in einer Entfernung, die dem Achtfachen der Strecke zwischen Erde und Sonne entspricht.  Die Messung war durch das CRIRES-Instrument am VLT möglich. Dabei handelt es sich um einen Spektrographen. Ähnliche Instrumente am geplanten Megateleskop European Extremely Large Telescope (E-ELT) sollen dann die Kartierung von Exoplaneten möglich machen. (red, derStandard.at, 30.04.2014)

  • Beta Pictoris b und sein Stern: eine künstlerische Darstellung des Exoplaneten
 
    foto: eso

    Beta Pictoris b und sein Stern: eine künstlerische Darstellung des Exoplaneten

     

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