Bananenwerfer festgenommen

30. April 2014, 15:13
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Neben lebenslangem Stadionverbot droht eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren - Gerüchte über vermeintliche Inszenierung des Vorfalls

Madrid - Die rassistische Bananen-Attacke auf Barcelonas Fußball-Profi Dani Alves hat erste Konsequenzen nach sich gezogen, aber auch Zweifel an der Spontaneität der Aktion geweckt. Der Mann, der den Brasilianer beim Liga-Spiel Villarreal gegen Barcelona (2:3) mit der Frucht beworfen haben soll, wurde festgenommen. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Dem 26-Jährigen werde "Verletzung der Grundrechte und der öffentlichen Freiheiten" vorgeworfen, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. In Spanien befürchten nun aber viele Fans, dass bei der WM in Brasilien die heimischen Anhänger ihre Wut an der Mannschaft des Welt- und Europameisters auslassen könnten. Gleichzeitig kursierten Gerüchte über eine vermeintliche Inszenierung des Vorfalls.

Alves hatte am Sonntag vor einem Eckball die aufs Feld geworfene Banane aufgehoben, geschält und dann in diese gebissen, bevor er mit vollem Mund den Ball in den Strafraum kickte. Sein Landsmann und Clubkollege Neymar veröffentlichte später ein Bild von sich und seinem Sohn mit Bananen und startete mit einem Video die Aktion "Wir sind alle Affen, wir sind alle gleich. Nein zu Rassismus!"

Solidaritätsbekundungen

Die sozialen Netzwerke wurden prompt von solidarischen Bananenbildern überflutet. Unter anderen machten auch die Fußballstars Mario Balotelli, Sergio Aguero, Eric Abidal, Samuel Eto'o, Luis Suarez und Yaya Toure mit. Sogar Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff twitterte, allerdings ohne Banane: "Brasilien tritt bei der WM für die Bekämpfung der Rassendiskriminierung ein."

Als jedoch die brasilianische Werbeagentur Loducca einräumte, die Antirassismus-Kampagne "Wir sind alle Affen" sei nach früheren Bananenwürfen mit Neymar und Alves abgesprochen worden, kam erste Skepsis auf. Noch mehr Kritik wurde in Brasilien laut, als der dort berühmte TV-Moderator Luciano Huck für umgerechnet 22 Euro T-Shirts mit dem aufgedruckten Slogan der Aktion zu verkaufen begann. Der Kampf gegen Rassismus werde kommerziell ausgebeutet, hieß es.

Alves wies die Vorwürfe zurück. Zumindest seine Aktion, so der 30-jährige Internationale, sei "superspontan" gewesen. Die spanische Sportzeitung "Mundo Deportivo" zitierte am Mittwoch einen Sprecher des Spielers mit den Worten, es sei "absurd", zu denken, die ganze Aktion sei im Voraus abgesprochen worden.

Rassismus sei in Spanien ein großes Problem, versicherte Alves. "Spanien verkauft sich als Land der ersten Welt, aber in vielen Bereichen sind die sehr unterentwickelt", kritisierte er im Interview des TV-Senders Globo. Erst in den vergangenen Wochen waren in der spanischen Liga Spieler wie Paulao (Betis Sevilla) oder Nyom (Granada) während Auswärtsbegegnungen ihrer Teams von gegnerischen Fans mit rassistischen Gesängen beleidigt worden.

Villarreal hatte dem Fan bereits den Mitgliedsausweis entzogen und auch mit einem lebenslangen Stadionverbot bestraft. Ungeachtet der Maßnahmen wächst die Sorge, dass der Vorfall Spanien bei der WM in Brasilien Ärger bringen und das Unternehmen Titelverteidigung erschweren könnte. Teamchef Vicente del Bosque kann sich das nicht vorstellen. "Es gibt Leute, die den Fußball in einer ernsten Sache für Propaganda missbrauchen. Ich glaube, dass Rassismus in Spanien kein großes Problem ist. Das sind alles Einzelfälle", versicherte der Erfolgscoach. (APA, 30.4.2014)

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