Überschwemmungen in England passen zu Klima-Szenario

10. Mai 2014, 17:58
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Forscher der Universität Oxford stellen statistisch signifikanten Effekt des Klimawandels auf das britische Wetter fest

Wien/Oxford - Was als "Extremwettereignis" gilt, hängt nicht zuletzt vom Ort ab - und davon, was dort als normal gilt. Südengland war diesen Winter von einem solchen Ereignis betroffen - und zwar von ungewöhnlich langanhaltenden und starken Niederschlägen. Zwischen Dezember 2013 und Februar 2014 führten diese in einem Großteil von Südengland zu schweren Schäden, unter anderem war das Themse-Tal überflutet. Die Niederschläge in diesen drei Monaten waren die stärksten in den am weitesten zurückreichenden Wetteraufzeichnungen der Welt: Jenen des Radcliffe Observatory der Universität Oxford, die immerhin seit 1767 geführt werden.

Spätestens als der britische Premierminister David Cameron erklärte, dass er eine Verbindung zwischen dem Klimawandel und diesem Wetterereignis vermute, wurde eine öffentliche Debatte über den Klimawandel als Verursacher ausgelöst, sagte Oxford-Forscher Myles Allen bei der Generalversammlung der "European Geosciences Union" (EGU) in Wien. 

Was die Modelle zeigen

Forscher von Allens Universität erstellten daraufhin Wettermodelle, die eine Welt ohne menschlich verursachte Treibhausgase in der Atmosphäre oder aber die heutige, reale Welt als Grundlage hatten. Weil sie einen kaum zu erkennenden Effekt vermuteten, brauchten sie eine große Zahl an Modellläufen. "Dafür verwendeten wir die freien Kapazitäten der Heim-Computer von Freiwilligen", erklärte er. So wurden insgesamt über 33.000 Simulationen erstellt.

Durch diese große Zahl an Computersimulationen konnten sie einen statistisch signifikanten Effekt des Klimawandels auf das britische Wetter feststellen. Das Risiko für einen sehr nassen Winter hätte in dem Gebiet wegen der Treibhausgasemissionen um 25 Prozent zugenommen.

"Es wird nie möglich sein zu sagen, dass eine bestimmte Überschwemmung durch den von Menschen verursachten Klimawandel ausgelöst wurde", so Friederike Otto, ebenfalls von der Universität Oxford. Man habe aber zeigen können, dass die Wahrscheinlichkeit für einen extrem nassen Winter dadurch gestiegen sei. Die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen hätten die "Wetterwürfel gezinkt", meinte sie. (APA/red, derStandard.at, 10. 5. 2014)

  • Die Flut von 2013/2014: Der Besitzer dieses Hauses in Somerset hat sein Anwesen mit einem selbstangelegten Deichsystem geschützt - ringsherum ist das Land überschwemmt.
    foto: ap photo/steve parsons

    Die Flut von 2013/2014: Der Besitzer dieses Hauses in Somerset hat sein Anwesen mit einem selbstangelegten Deichsystem geschützt - ringsherum ist das Land überschwemmt.

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