Lohnsteueraufkommen überflügelt Umsatzsteuer

30. April 2014, 14:31
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Erstmals mehr Einnahmen aus Steuern auf Einkommen - Lohnsteuer steigt bis 2018 um 30 Prozent

Die Regierung rechnet für die kommenden Jahre mit stark steigenden Steuereinnahmen. Insgesamt sollen die Steuern laut dem Strategiebericht der Regierung bis 2018 um 19,4 Prozent steigen. Besonders stark belastet werden die Lohnsteuerzahler, die über die "kalte Progression" einen wesentlichen Beitrag zur Budgetsanierung schultern.

Im Vorjahr brachte die Lohnsteuer 24,6 Milliarden Euro ein - etwas weniger als die Umsatzsteuer, der traditionell größte Einnahmenposten im Staatsbudget. Schon heuer wird die Lohnsteuer den Plänen der Regierung zufolge aber die Umsatzsteuer überflügeln, 2018 wird sie mit 31,9 Milliarden Euro bereits mehr als drei Milliarden Euro mehr einbringen als die Umsatzsteuer.

Höhere Steuerklasse

Die Regierung geht nämlich davon aus, dass die Umsatzsteuer bis 2018 nur um 15 Prozent zulegt, die Lohnsteuer aber um 29,7 und die Einkommensteuer um 28,2 Prozent. Ein wesentlicher Grund für das starke Wachstum ist die "kalte Progression" - also die Tatsache, dass viele Lohnsteuerzahler durch die jährlichen Lohnrunden auch dann in höhere Steuerklassen vorrücken, wenn ihre Gehälter (wegen der Inflation) real nicht an Wert gewinnen.

Damit steigen die Lohnsteuereinnahmen in allen Jahren bis 2018 deutlich stärker als die Summe der Löhne und Gehälter: Während die Regierung davon ausgeht, dass die Lohnsummen (durch wachsende Beschäftigung und höhere Bruttolöhne) um jährlich 3,3 bis 3,6 Prozent steigen, soll die Lohnsteuer Jahr für Jahr um 5,0 bis 5,7 Prozent zulegen.

Ähnlich stark wie die Lohn- und die Einkommensteuer steigt kein anderer großer Einnahmenposten des Staates. Nur die Einnahmen im Familienbudget (im Wesentlichen die Beiträge zum Familienlastenausgleichsfonds) steigen mit 26 Prozent in einem ähnlichen Ausmaß.

Körperschaftssteuer wächst mäßig

Ein vergleichsweise verhaltenes Wachstum legt dagegen die (im Gegensatz zur Lohnsteuer nicht progressiv gestaffelte) Körperschaftssteuer auf Unternehmensgewinne hin: Sie legt von 6,0 auf 7,2 Milliarden Euro zu. Der Zuwachs von 19,6 Prozent liegt ebenso im Durchschnitt der gesamten Steuereinnahmen wie jener der Kapitalertragssteuern. Sie legen von 2,7 auf 3,2 Milliarden Euro zu, ein Plus von 18,8 Prozent.

Zu beachten ist allerdings, dass die Steuereinnahmen des Bundes auch Ländern und Gemeinden zugutekommen. Sie können 2018 mit "Ertragsanteilen" von 33 Milliarden Euro rechnen, ein Plus von 19,6 Prozent gegenüber 2013. Vergleichsweise bescheiden der Anstieg des EU-Beitrags: Er wächst bis 2018 auf 3,1 Milliarden Euro - ein Plus von nur 4,3 Prozent. (APA, 30.4.2014)

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