Dickdarmkrebs: Potenzieller Biomarker für erhöhtes Risiko gefunden

30. April 2014, 12:31
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Grazer Forscher fanden einen Biomarker, der das Risiko eines Wiederauftretens von Kolonkarzinomen vorhersagen könnte

Bei einigen Dickdarmkrebs-Patienten bringt die zusätzliche Chemotherapie keine weiteren Erfolge. Forscher an der Medizinischen Universität Graz haben in Gewebeproben von Tumorpatienten einen Biomarker gefunden, mit dessen Hilfe jene Subgruppe künftig besser identifiziert werden könnte. Es handelt sich um genetische Veränderungen im Stammzell-Signalweg namens Hedgehog, so die MedUni Graz mit.

Genotyp im Erbmaterial

Warum kommt es bei rund einem Drittel der Kolonkarzinom-Patienten nach dem erfolgreichen chirurgischen Eingriff zu einem Wiederauftreten der Erkrankung (Tumorrezidiv) und bei anderen nicht? Im Fall des Dickdarmkarzinoms legen Grazer Wissenschafter eine mögliche Lösung vor, um das Ansprechen auf eine Chemotherapie künftig besser voraussagen zu können: Sie konnten bei der Analyse von Gewebeproben der Tumorpatienten einen Genotyp im Erbmaterial identifizieren, der mit dem Auftreten von Tumorrezidiven in einem Zusammenhang steht.

Damit eine Tumorzelle in die Blutbahn eindringen und sich an einer anderen Stelle festsetzen kann, muss die Zelle die Eigenschaften einer ursprünglichen Epithelzelle verlieren und wieder die Eigenschaften einer Mesenchymzelle annehmen. Bei dieser Rückentwicklung auf eine frühere Entwicklungsstufe spielt die Aktivierung bestimmter Stammzell-Signalwege eine entscheidende Rolle, sagt Forscher Armin Gerger.

Er hat mit seinem Team Gewebeproben von 742 Patienten auf Genvarianten dreier in diesem Zusammenhang verdächtige Signalwegen und der Wiederkehr der Erkrankung untersucht. Dabei fanden die Wissenschafter heraus, dass bei einer bestimmten Variante im Gen GLI1 bei homozygotem Vorliegen - das heißt, wenn Vater und Mutter diese Mutation weitergegeben haben - eine verkürzte Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung vorlag. 

Weitere Studien folgen

Dies publizierten sie jüngst im US-amerikanischen Forschungsjournal "Clinical Cancer Research". "Die mutierte Variante beeinflusst den Hedgehog-Signalweg, der die Mobilität der Krebszellen steuert", erläuterte Gerger.

Die Analyse der Patientendaten zeigte auch, dass genau jene Patienten nicht von der zusätzlichen Chemotherapie profitierten. Die Forscher schließen daraus, dass das Vorliegen der Mutation also einen Voraussagewert für eine mögliche Resistenz gegen die vorbeugende Chemotherapie hat. Ob der Biomarker allerdings auch für den klinischen Einsatz geeignet ist, sollen weitere Studien zeigen. (APA, derStandard.at, 30.4.2014)

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