Zahl der Trampolinunfälle bleibt konstant hoch

30. April 2014, 12:25
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Rund 4.500 Kinder verletzen sich jährlich beim Trampolinspringen - Knie- und Sprunggelenk sowie Ellbogen sind besonders gefährdet

Nicht nur der Spaß, sondern auch das Verletzungsrisiko beim Trampolinspringen ist groß. Die Bewegung auf diesem Sportgerät sei positiv, aber es werde die Verletzungsgefahr nach wie vor unterschätzt, warnt die Grazer Organisation "Große schützen Kleine". "Bei der Zahl der Unfälle bewegen wir uns seit Jahren auf hohem Niveau", sagt Präsident und Vorstand der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Holger Till.

Konstant hohe Unfallzahlen

Trampoline für den eigenen Garten haben in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom verzeichnet und der Trend hält an. Ebenso wie die Zahl der damit einhergehenden Verletzungen der Kinder und Jugendlichen: "Wir haben im vergangenen Jahr 320 Kinder aufgrund von Trampolinunfällen behandelt, alleine in den vergangenen Wochen sind es schon wieder 14 gewesen", schilderte der Mediziner.

In den vergangen Jahren seien die Zahlen konstant hoch geblieben, daher müsse man in diesem Jahr wieder mit rund 4.500 verletzten Kindern österreichweit rechnen. Der Mediziner, der jüngst das Präsidentenamt von "Große schützen Kleine" übernommen hat, betonte, dass die Trampolinunfälle nicht nur häufig, sondern auch schwerwiegend sind: 40 Prozent der Kinder tragen schwere Verletzungen davon.

Jede zweite betrifft die unteren Extremitäten. Vor allem die Bandstrukturen des Knie- und des Sprunggelenkes sind besonders gefährdet. Bei den oberen Extremitäten sind es Ellenbogen- und Unterarmbrüche. "Dann gibt es aber zu sieben Prozent auch noch Kopfverletzungen wie Prellungen, Gehirnerschütterungen und Nasenbeinbrüche", sagt Till. 

"Missglückte Landungen"

Ursachen der Unfälle sind zum größten Teil "missglückte Landungen", Kollisionen mit anderen Kindern, sieben Prozent sind auf verpatzte Saltoversuche zurückzuführen. In den meisten Fällen werden der Federeffekt und die Beschleunigungskräfte beim Springen unterschätzt. Nur selten komme es zu einem Sturz aus dem Trampolin, da die meisten Geräte mittlerweile mit Sicherheitsnetzen ausgestattet sind.

Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen ließen sich etliche Unfälle am Trampolin vermeiden, so Till. Wenn möglich, sollte auf dem Trampolin nur eine Person springen - "auch wenn das den Fun-Faktor verringert". In jedem Fall sollten entsprechende Sicherheitsnetze angebracht und - ebenso wie die Sprungfedern - regelmäßig auf Schäden untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit sei gefragt, wenn die Sprungfläche nass und daher rutschig ist. Und nach zehn bis 15 Minuten eine Pause machen, da Kraft- und Konzentrationsvermögen nachlassen. (APA, derStandard.at, 30.4.2014)

  • Trampolinspringen macht Spaß, ist aber nicht ungefährlich.
    foto: wikmedia/ludraman

    Trampolinspringen macht Spaß, ist aber nicht ungefährlich.

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