Krisen verursachen, um die Welt positiv zu verändern

Blog mit Video30. April 2014, 17:41
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Die Riahi Brothers lernen mit der Krisenkreatorin Lisa Fithian für eine bessere Welt zu atmen

"Wenn mich Leute fragen, was ich denn so mache, dann antworte ich: Krisen kreieren, denn durch Krisen sind Veränderungen möglich." Die "Krisenkreateurin" Lisa Fithian ist Aktivistin und Trainerin aus New York und setzt sich seit Mitte der 1970er-Jahre für gewaltlose, soziale Veränderungen ein. 

Wir lernten Lisa Fithian auf den Straßen New Yorks bei unseren Dreharbeiten zu unserem Film Everyday Rebellion kennen. Wir waren sofort von ihrem Enthusiasmus und ihrer Fähigkeit, Menschen zu motivieren, begeistert. Die Faszination, die von ihrer Persönlichkeit ausging, wurde immer stärker, je mehr wir über sie erfuhren. Sie erzählte uns, dass man sie immer dann holt, wenn man einen Stadtteil für einen Protest lahmlegen will! Sie war schon in Gaza, beim G20 und schließlich auch bei Occupy tätig und stand wegen dieser Tätigkeiten zeitweise auf der US-Terroristenliste.

Im folgenden Video erklärt sie uns, wie wichtig Atmen, Phantasie und Spaß  für unsere Protestaktionen sind, und wie man durch das Feiern des Lebens die Menschen auf die Straße bringt. 

Über die Jahre hat sich Lisa Fithian als Studentin, Gewerkschaftsaktivistin und Bürgerrechtlerin mit verschiedenen Themen beschäftigt: von Umweltschutz über die Rechte der Studenten und das Arbeitsrecht über Frieden und globale Gerechtigkeit hin zu Migration und Wohnrecht. Sie arbeitet mit einem breiten Spektrum von Strategien und Taktiken. In engagierten, direkten, gewaltfreien Aktionen sieht sie das größte Potenzial zu Veränderung und Erfolg. Zuletzt war Fithian als Trainerin unter anderem Teil der Occupy Wall Street-Bewegung. Sie betreut und organisiert eine eigene Website für AktivistInnen unter organizingforpower.org.

Lisa Fithian: "Enough, no more of this! We need a new world now." - "Wir werfen unsere Körper, unsere Herzen, unseren Geist in die Waagschale, nicht mehr und nicht weniger. Dabei schauen wir aufeinander. Die Bewegung hat nicht nur den Diskurs über die Schulden- und Finanzkrise grundlegend geändert, sondern auch eine enorme Vielfalt an neuen Protestformen entwickelt, um gewaltlosen Widerstand lebendig, humorvoll, phantasievoll, klug und facettenreich zu gestalten."

Am 12. November 2001 wurde Lisa Fithian gemeinsam mit der Aktivistin Starhawk von der "OPIRG" (The Ontario Public Interest Research Group) in Ottawa eingeladen, Trainingseinheiten für Aktivisten anzubieten, um sie für die bevorstehenden Demonstrationen gegen das G20-Treffen, der IMF und der Weltbank vorzubereiten. Aufgrund des G20-Treffens versuchte die kanadische Behörde die Einreise von Aktivisten zu verhindern. An der kanadischen Grenze wurden Lisa und Starhawk sofort festgenommen und wie schwere Verbrecherinnen stundenlang verhört und fotografiert, bis man sie wieder freigelassen hat.

"Wer sind die wahren Verbrecher?"

Lisa Fithian wurde schon des Öfteren inhaftiert, weil sie der zivilen Gehorsamkeit mithilfe gewaltloser Aktionen entgegenwirkte. Ihre Handlungen sind aber alles andere als verbrecherisch oder terroristisch. Sie riskiert ihre eigene Freiheit und ihre Gesundheit, nicht die der anderen Menschen. Sie steht offen dazu, an was sie glaubt und ist ein Vorbild für alle, die sich für die Gewaltlosigkeit auf der Welt einsetzen.

"Wenn Menschen, die sich für den Frieden einsetzen, inhaftiert werden und als Terroristen abgestempelt werden, fragt man sich, wer die wahren Verbrecher sind!" Lisa Fithian gibt weiterhin mit viel Herz und Enthusiasmus den Menschen die Energie, die sie benötigen, um eine friedlichere Gemeinschaft und Welt aufzubauen. (Arash und Arman T. Riahi, derStandard.at, 30.4.2014)

  • Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Everyday Rebellion ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.
Bild: Bei den einjährigen Occupy Wall Street Feierlichkeiten in New York.
    foto: everydayrebellion.net

    Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Everyday Rebellion ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.

    Bild: Bei den einjährigen Occupy Wall Street Feierlichkeiten in New York.

  • Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.
    foto: nela märki

    Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.

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