Sind wir die Sklaven unserer Freiheit?

5. Mai 2014, 14:40
334 Postings

60-Stunden-Woche, All-In-Verträge und das plakative Strampeln im Hamsterrad lassen den Wunsch nach dem vielzitierten Ausstieg größer werden. Doch ist es wirklich so einfach wie in diversen Landleben-Magazinen?

Man schuftet im Regelfall montags bis freitags, rettet sich oft erschöpft ins Wochenende - nur um montags wieder in der Firma anzutreten. Wer kennt es nicht? Nur allzu verlockend erscheint dann der Gedanke, alle Zelte abzubrechen und ein komplett neues Leben anzufangen. Sei es als Schafzüchter im Mühlviertel, als Mitglied einer NGO in Katastrophengebieten oder sich als Künstler selbst zu verwirklichen. Die Möglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt.

Aber ist das alles tatsächlich so einfach?

Der deutsche Autor Sven Hillenkamp behauptet in seinem Buch "Das Ende der Liebe. Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit", dass der Mensch permanent das Gefühl habe, nach Mehr streben zu müssen, sich diesem Druck, immer Besseres zu erreichen, hingeben müsse. Man könne nicht mehr zufrieden sein, da diese unendliche Freiheit in Zwang umschlägt, ebendiesen Möglichkeiten nachzueifern.

Übertreibung oder Realität?

Erzählen Sie uns hier im Forum von Ihren Ausstiegsplänen, sind diese nur "Hirngespinste", verfolgen Sie bestimmte Pläne mit Nachdruck oder haben Sie den Ausstieg sogar schon geschafft? Kann dieser vermehrte Trend nach Rückbesinnung auf Elementares und Selbstverwirklichung überhaupt funktionieren? Und: Ist eine Rückkehr dann überhaupt noch möglich? (Claudia Natschläger, derStandard.at, 5.5. 2014)

  • Strampeln im Hamsterrad, juhu!
    foto: ap (steve bloom)

    Strampeln im Hamsterrad, juhu!

Share if you care.