Chronisch entzündlicher Rückenschmerz: Nur ein Viertel weiß davon

30. April 2014, 11:23
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Anlässlich des Morbus-Bechterew-Tages am 3. Mai warnen Experten vor der Autoimmunkrankheit

60.000 Menschen in Österreich leiden an chronisch entzündlichem Rückenschmerz, doch nur ein Viertel weiß von der Krankheit. Weil die Autoimmunkrankheit erst nach Jahren nach Auftreten der ersten Symptome diagnostiziert wird, sprechen sich Experten für die Früherkennung aus. Denn betroffen sind oft sehr junge Menschen.

Dumpfe Schmerzen

Entzündliche Rückenschmerzen entwickeln sich oft schleichend. "Das ist bei mir über Jahre so gegangen", sagte Betroffener und Präsident der Österreichischen Vereinigung Morbus Bechterew, Paul Pocek. Die typischen dumpfen Schmerzen in der unteren Wirbelsäule kamen oft nachts im Ruhezustand, danach war wieder monatelang Ruhe. "Da hab ich mir gedacht, ich hab mich im Kreuz verkühlt", erzählte Pocek. Erst nach zehn Jahren bekam Pocek seine Diagnose.

Betroffen sind oft der untere Rücken sowie die Sakroiliakalgelenke (Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken), der Schmerz strahlt in das Gesäß und in die Oberschenkel aus. "Die Krankheit verläuft in Schüben, kommt und geht", sagt Rheumatologin Despoina Sykoutri vom Wiener AKH. Vor allem in Ruhephasen treten die Beschwerden auf, weshalb sie in der Nacht und den frühen Morgenstunden am stärksten sind. Betroffene sind vor allem nach dem Aufstehen in der Früh in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

Junge Menschen betroffen

Die axiale Spondyloarthritis zählt zu den Autoimmunkrankheiten. Durch eine Fehlfunktion des Immunsystems werden Entzündungsprozesse im Körper hervorgerufen. Betroffen sind junge Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Unbehandelt kann sich bei einem schweren Verlauf eine fortschreitende Versteifung sowie eine Verknöcherung der Wirbelsäule - genannt Morbus Bechterew - entwickeln.

Mit der nun ins Leben gerufenen Aktion "Brennpunkt Rückenschmerz" anlässlich des weltweiten Morbus-Bechterew-Tages am 3. Mai wollen Experten möglicherweise Betroffene sensibilisieren. (APA, derStandard.at, 30.4.2014)

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