S&P senkt Ausblick für 15 europäische Großbanken

30. April 2014, 10:59
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Vermehrte Zweifel an neuerlichen staatlichen Rettungsaktionen

London - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat den Daumen über 15 europäische Großbanken gesenkt, darunter auch die Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse, ABN Amro, ING und Barclays. Der Ausblick laute nun "negativ" statt "stabil", teilten die Analysten in der Nacht zum Mittwoch mit. Der Schritt war erwartet worden.

S&P hatte bereits Anfang März eine groß angelegte Überprüfung der Institute dahingehend angekündigt, ob und wie stark sie in einer existenziellen Krise noch mit Staatshilfen rechnen könnten.

Hintergrund ist die in der Europäischen Union auf den Weg gebrachte Bankenunion, die auch ein Abwicklungsregime für große Geldhäuser vorsieht. Dafür muss die Branche einen eigenen Topf einrichten. Zudem soll bei neuen Rettungsaktionen nicht mehr gleich der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, sondern zunächst Gläubiger und wohlhabende Sparer.

S&P hatte sich vor allem Geldhäuser angeschaut, die als systemrelevant gelten. Viele dieser Banken profitierten bei ihren Bonitätsnoten bisher von der Annahme, dass sie in der Krise gerettet würden, weil sie für die Wirtschaft ihres Landes oder gar für die Weltwirtschaft zu wichtig sind, um einfach unterzugehen. Dieses Szenario ist nun aber nach Einschätzung der Analysten ein Stück weit unwahrscheinlicher geworden. (APA/Reuters, 30.4.2014)

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