Motorisierung: Eine Frage des Prinzips

Kolumne4. Mai 2014, 16:48
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Welcher Antrieb die Zukunft bestimmen wird, ist noch lange nicht entschieden

Vor 30 Jahren lautete die entscheidende Frage eines durchschnittlichen Autokäufers etwa so: Sechzehnhunderter oder Zweiliter? Benziner war klar, Vierzylinder war klar, denn sechs waren Luxus und drei kamen nicht in Frage. Diesel auch nicht, zumindest begann sich der Selbstzünder damals erst in unseren Köpfen breit zu machen.

Der erst Golf Diesel hatte 50 PS und klang erbärmlich, ab 1982 wurde es etwas besser mit dem 70-PS-Turbodiesel. Der Höhenflug der Dieselmotorisierung begann vor rund 20 Jahren mit der Direkteinspritzung, damit erst brachte man Temperament, Geräusch und Verbrauch überzeugend auf einen Nenner.

Mangels Alternativen wurden Ideologien im Spannungsfeld unterschiedlicher Verbrennungsprinzipien gepflegt. Es gab noch kein Internet, so hauten die Verfechter der jeweiligen Wahrheiten halt per Leserbrief und am Wirtshaustisch aufeinander ein.

Gewaltiges Potenzial

Heute ist das anders: Wir sprechen von Downsizing, erleben immer öfter Motoren, deren Zylinderzahl beim besten Willen niemand erraten kann, fahren schon ein bisschen elektrisch, haben keine Ahnung, ob nicht doch zuerst einmal Erdgas und dann bald Wasserstoff als Energieträger kommen werden. Oder ob nicht gewaltige Fortschritte in der Batterietechnologie alle bekannten Alternativen zu Benzin und Diesel flugs überrollen werden.

Das Potenzial zur Entwicklung neuer Antriebstechnologien ist jedenfalls gewaltig. Zu hoffen ist nur, dass sich nicht wie in der Natur der Stärkste, sondern menschgemäß die intelligenteste Lösung durchsetzen möge. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 2.5.2014)

  • Volvo schöpft schon bald alle Leistungsstufen seiner Motoren aus zwei Litern Hubraum. Das ist vor allem effizient und ergo auch eine Zukunft.
    foto: volvo

    Volvo schöpft schon bald alle Leistungsstufen seiner Motoren aus zwei Litern Hubraum. Das ist vor allem effizient und ergo auch eine Zukunft.

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