Ex-Nokia-Chef Elop: War kein trojanisches Pferd für Microsoft

30. April 2014, 09:36
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"Habe stets im Interesse der Anteilseigner gehandelt" - Hoffnungsschimmer für Nokia X-Reihe

Für seine Arbeit als CEO von Nokia ist Stephen Elop oft gescholten worden. Für die Erklärung, Meego und Symbian zugunsten von Windows Phone hinter sich zu lassen, und damit praktisch die bestehende Produktlinie neun Monate vor dem Launch des ersten Lumia-Smartphones zu entwerten, erfand der Telekommunikationsberater Tomi Ahonen gar den Terminus "Elop-Effekt".

Ein oft geäußerter Vorwurf war, dass Elop, der vor seinem Engagement bei dem finnischen Konzern als Microsoft-Manager tätig war, von Steve Ballmer als "Trojaner" installiert wurde, um eine Übernahme durch den Redmonder Konzern vorzubereiten. Das bestreitet Elop nun in einer Fragerunde am Nokia-Blog vehement.

"Alle Strategieentscheidungen gemeinsam mit Vorstand"

"Über diese Sache mit dem trojanischen Pferd: Ich habe stets im Interesse und für den Gewinn der Nokia-Anteilseigner gehandelt, während ich bei Nokia tätig war", erklärt der frischgebackene Chef der Gerätesparte von Microsoft. "Dazu wurden alle fundamentalen Geschäfts- und Strategieentscheidungen mit der Unterstützung und Genehmigung des Vorstands getroffen, dem ich angehört habe."

Ende der Marke

Die Marke Nokia wird mit der nun abgeschlossenen Übernahme verschwinden, auch weil Microsoft sie laut Elop nur noch eine begrenzte Zeit nutzen darf. Die Smartphonesparte firmiert künftig als Microsoft Mobile, unter welchem Label neue Smartphones auf den Markt kommen werden, steht noch nicht fest. Elop betont, dass man unter dem Dach von Microsoft nun mehr Know-how und Ressourcen zur Verfügung habe, um die Innovation im Smartphonebereich voranzutreiben.

Hoffnung für X-Reihe

Für die erst vor einigen Wochen vorgestellte Nokia X-Reihe, Nokias erste Smartphones mit Android-Betriebssystem, könnte Hoffnung bestehen. "Nokia X nutzt die Microsoft-Cloud, nicht die von Google. Das ist eine großartige Gelegenheit, um neue Kunden zum ersten Mal mit Skype, Outlook.com und Onedrive zu verbinden", antwortet er auf eine Frage zur Zukunft der Smartphones.

Microsoft versucht allerdings auch, neue Hersteller für Windows Phone zu gewinnen und das System auf Schwellenmärkten zu etablieren. Gemäß eines Zeitungsberichts sollen etwa zwei indische Hersteller die Software verwenden können, ohne dafür Lizenzgebühren entrichten zu müssen.

Mit Version 8.1 steht für die Plattform außerdem das nächste große Update ins Haus, während das Nokia-Team unter dem Projektnamen "Superman" an einem Smartphone für Selfie-Freunde arbeiten soll. (red, derStandard.at, 30.04.2014)

  • Bei einem seiner letzten Auftritte als Nokia-CEO stellte Stephen Elop die Android-basierte "Nokia X"-Reihe vor.
    foto: reuters

    Bei einem seiner letzten Auftritte als Nokia-CEO stellte Stephen Elop die Android-basierte "Nokia X"-Reihe vor.

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