Erdogan: Der Westen hat die ägyptische Junta-Justiz ermutigt

29. April 2014, 19:55
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Türkischer Premier kritisiert "Schweigen" des Westens

Istanbul - Der türkische Regierungschef Tayyip Erdogan hat seine wöchentliche Rede vor den Parlamentsabgeordneten der konservativ-islamischen AKP für neue Angriffe auf die EU und die USA genutzt. Mit ihrem Schweigen zum Putsch und zu den Massakern an den Muslimbrüdern in Ägypten hätten die westlichen Länder eine "ermutigende Rolle" bei den Todesurteilen gespielt, die von den Richtern nun gefällt wurden, erklärte Erdogan am Dienstag unter Beifall seiner Zuhörer.

Erdogan hatte in dem gestürzten Präsidenten Mohammed Morsi einen politischen Partner gesehen. Seit dem Putsch in Kairo im Juli 2013 reden der türkische Premier und die AKP-Politiker ihren Wählern mit Erfolg ein, westliche Medien und Regierungen würden sich nicht zu den Vorgängen in Ägypten äußern; während der Westen zu den Todesurteilen gegen Hunderte von Häftlingen schwieg, seien der Türkei wegen zwölf gefällter Bäume im Gezi-Park in Istanbul Vorhaltungen gemacht worden. Die Kritik des deutschen Präsidenten Joachim Gauck, der auf Staatsbesuch ist, nannte Erdogan "seltsam". (mab, DER STANDARD, 30.4.2014)

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