OMV plant mit Gazprom Pipeline bis Österreich

30. April 2014, 09:29
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Die OMV und Gazprom unterzeichnen eine Absichtserklärung: Bis zu 32 Milliarden Kubikmeter russisches Gas sollen pro Jahr nach Baumgarten kommen

Wien/Moskau - Trotz der Sanktionen des Westens gegen Russland haben OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss und Gazprom-Chef Alexej Miller am Dienstag in Moskau eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) über den Bau des österreichischen Abschnitts der Gaspipeline South Stream unterzeichnet, die ab 2017 russisches Gas nach Österreich bringen soll.

"Bis zu 32 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr sollen in Baumgarten angelandet werden", sagte Roiss. Es sei richtig, dass sich Europa jahrelang bemüht habe, von Gaslieferungen aus Russland unabhängiger zu werden, aber "Europa hat versagt bei Nabucco, und wir können es uns nicht leisten, hier nicht zu agieren", so Roiss. "Was ist, wenn in zehn Jahren kein Gas mehr durch die Ukraine nach Europa fließt?" Es gehe nicht um zusätzliche Gasmengen, sondern darum, dass Gas unter Umgehung der Ukraine nach Europa befördert werden könne.

Kosten im dreistelligen Millionenbereich

Die Kosten des etwa 50 Kilometer langen South-Stream-Teilstücks in Österreich liegen laut Roiss im dreistelligen Millionenbereich. Wichtiger sei aber, dass der Gasknoten Baumgarten auch in den nächsten 50 Jahren Bestand habe, denn das sei nach dem Scheitern von Nabucco gefährdet gewesen.

Bis 2015 will man alle notwendigen Genehmigungen haben und dann auch sofort mit den Bauarbeiten beginnen, sagte Roiss, "wir haben einen Zeitdruck". Daher würden parallel auch Verhandlungen mit dem Regulator in Brüssel geführt, um auch seitens der EU grünes Licht zu bekommen. Erstes Gas über die South-Stream-Pipeline soll 2017 aus Russland über das Schwarze Meer, durch Bulgarien, Serbien und Ungarn in Baumgarten ankommen, die volle Liefermenge wird für 2018 erwartet. Von Baumgarten aus soll das Gas weiter in Europa verteilt werden - Österreichs Verbrauch beträgt knapp acht Milliarden Kubikmeter pro Jahr.

Der Zeitpunkt der Unterzeichnung der Absichtserklärung ist brisant: Wie berichtet haben die USA und die EU am Montag weitere Sanktionen gegen russische Regierungsmitglieder und Unternehmen verhängt. Gazprom beziehungsweise deren Manager sind allerdings bisher nicht von Sanktionen betroffen. (APA, red, 29.4.2014)

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