FPÖ Tirol will Nordafrikaner "aus der Stadt verjagen"

29. April 2014, 18:40
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Innsbrucker Grüne und SPÖ Tirol fordern Klubobmann Federspiel und Landesparteiobmann Abwerzger zum Rücktritt auf und prüfen eine Anzeige

In der seit Jahren regelmäßig aufkeimenden Debatte rund um "die Marokkanerszene" in Innsbruck finden die Freiheitlichen nun deutliche Worte: "Wenn es der Polizei nicht gelingt, die kriminelle Nordafrikanerszene effektiv zu bekämpfen, dann bleibt nichts anderes übrig, als die Angehörigen der kriminellen Nordafrikanerszene aus der Stadt zu verjagen", schreibt die Tiroler FPÖ am Dienstag auf ihrer Homepage. Zitiert werden dort gemeinsam Landesparteichef Markus Abwerzger und Klubobmann Rudolf Federspiel.

Abwerzger führt aus: Er wolle daran "erinnern", dass "im Zuge der Versammlung der Mitgliedsverbände der Deutschen Burschenschaft im vergangenen November die politischen Mitbewerber ebenso die Mitglieder der Deutschen Burschenschaft aus Innsbruck verjagen wollten." Die seien und waren "allerdings keine Kriminellen beziehungsweise Asylbetrüger".

SPÖ und Grüne prüfen Anzeige

Innsbrucker Grüne und Tiroler SPÖ haben nun bereits gemeinsam in einer Aussendung klargestellt, dass "die Gewaltaufrufe der FPÖ" scharf zu verurteilen seien. Sie fordern Federspiel und Abwerzger zum Rücktritt auf und prüfen nun eine mögliche Anzeige. Außerdem fordern sie eine Stellungnahme der FPÖ-Bundespartei zu "dieser unglaublichen Entgleisung".

Bei der sogenannten Marokkaner- oder Nordafrikanerszene in Innsbruck handelt es sich um eine Gruppe von 30 bis 80 Männern aus Algerien, Marokko oder Tunesien, die auf der Straße leben und immer wieder vor allem durch Drogenhandel auffällig werden. "Allein von Jänner bis März gab es 58 Schwerpunktkontrollen, 27 Festnahmen und 145 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz", wird Landespolizeichef Helmut Tomac in der Tiroler Tageszeitung (TT) zitiert. Die Polizei fühle sich zwar nicht machtlos, es sei jedoch ein "Katz-und-Maus-Spiel". (Katharina Mittelstaedt, derStandard.at, 29.4.2014)

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