Großraumskigebiet für Innsbrucker Bergbahnen

29. April 2014, 16:03
18 Postings

Großraumskigebiet für Innsbrucker Bergbahnen am sinnvollsten - Verbindung von Schlick 2000, Muttereralm und Axamer Lizum "einzige attraktive Variante"

Innsbruck - Ein Großraumskigebiet ist die betriebswirtschaftlich sinnvollste Lösung für die Zukunft der Innsbrucker Bergbahnen. Dies zeigt eine Studie der Schweizer Seilbahnexperten "grischconsulta". "Die Verbindung von Schlick 2000, Muttereralm und Axamer Lizum ist die einzige Variante, die auch für Investoren interessant ist", erklärte Studienautor Roland Zegg am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Neben einem Großraumskigebiet zeigt die Studie auch noch zwei weitere Möglichkeiten für die Innsbrucker Bergbahnen auf, bei denen entweder keine Verbindung zwischen bestehenden Skigebieten bzw. eine Verbindung zwischen Muttereralm und Axamer Lizum angedacht werden. "Bei diesen Varianten würde jedoch ein jährliches Defizit von zwei bzw. drei Millionen Euro erwirtschaftet werden", meinte Zegg. Einzig der dritte Lösungsansatz eines Großraumskigebiets würde ein leicht positives Ergebnis ermöglichen, sagte der Studienautor.

Tourismusverband klar für Großraumskigebiet

Innsbrucks Bürgermeistern Christine Oppitz-Plörer (FI) wollte vorerst keine Präferenz bezüglich der drei Varianten zeigen. "Ich halte alle drei Varianten für gleich wahrscheinlich oder unwahrscheinlich", sagte die Bürgermeisterin. Karl Gostner, Obmann des Tourismusverband Innsbruck, sprach sich hingegen klar für ein Großraumskigebiet aus. "Nur dieser Weg ist betriebswirtschaftlich realistisch. Dann hätten wir Skigebiete, die sich rechnen, das hatten wir die letzten zehn Jahre nicht", meinte Gostner.

Der Österreichische Alpenverein (OEAV) und die Grünen hatten sich zuvor bereits gegen einen Zusammenschluss von Schlick 2000 und Axamer Lizum ausgesprochen, weil dieser laut OEAV im Ruhegebiet der Kalkkögel stattfinden müsste. Gostner zeigte sich trotzdem optimistisch: "Sogar Gebi Mair (Anm. LAbg. der Grünen) hat gesagt, dass es in den nächsten fünf Jahren keine Verbindung geben wird. Bis alles so weit ist, vergehen aber ohnehin noch einige Jahre."

In allen Varianten sollte laut der Studie der Raum Patscherkofel-Glungenzer als ganzjähriger naturnaher Ausflugsberg und Sommererlebnis positioniert werden. Dies würde im Winter einen reduzierten Skibetrieb bedeuten. "Mittelfristig sollte der Patscherkofel als Berg für Freerider, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher ohne Pistenpräparation ausgerichtet werden. Der klassische Skibetrieb würde sich dann auf das Trainings- und Anfängergelände im unteren Teil beschränken", sagte Zegg. (APA, 29.4.2014)

  • Das Panoramarestaurant Hoadl Haus auf 2.340 Meter in Axamer Lizum.
    foto: axamer lizum

    Das Panoramarestaurant Hoadl Haus auf 2.340 Meter in Axamer Lizum.

Share if you care.