Wohngruppen statt U-Haft für Jugendliche ab Jänner 2015

29. April 2014, 14:54
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Alternativ-Modelle zur Haft für Jugendliche - Zumindest 20 Plätze

Wien - Vor einem Jahr wurde ein 14-Jähriger im Gefängnis vergewaltigt, der Fall sorgte für heftige Diskussionen um den Jugendstrafvollzug. Eine unter Ex-Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) eingesetzte "Taskforce Jugendhaft" legte Alternativ-Modelle zur Haft für Jugendliche vor. Wohngruppen statt U-Haft soll es ab 1. Jänner 2015 geben, bestätigte Jugendrichterin Beate Matschnig einen Bericht des "Kurier".

"Es schaut recht vielversprechend aus", sagte die Richterin. Ein erster Trägerverein hat ein konkretes Konzept präsentiert, weitere sollen laut Matschnig noch folgen. Insgesamt sind drei bis vier notwendig, denn "wir hoffen zumindest um die 20 Plätze" ab 2015 für Jugendliche zu haben. In den betreuten Wohngruppen sollen die Jugendlichen nicht von Justizbeamten bewacht werden, über Nacht werden die Türen verschlossen. Ausgänge am Abend soll es in der Eingangsphase nur in Begleitung geben, wenn Jugendliche mit Fußfesseln hinzukommen, ist dies ohnehin ausgeschlossen.

Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) wünscht sich unterdessen ein neues Jugendgefängnis im derzeitigen Polizeianhaltezentrum Wien-Hernals, sagte er am vergangenen Wochenende. Dort sollten "neuartige und speziellere Formen des Jugendstrafvollzuges" verwirklicht werden.

Der Fall des vergewaltigten Jugendlichen hatte der damaligen Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) herbe Kritik eingetragen. Sie richtete dem 14-Jährigen in einer ersten Reaktion auf die erlittene Misshandlung aus, der Strafvollzug wäre "kein Paradies" und schloss eine Entschädigungsmöglichkeit für den Burschen aus. Erst Tage später ruderte Karl zurück und setzte die Task Force ein, die Verbesserungen im Jugendstrafvollzug in die Wege leitete.

Erst am Montag stand der 14-Jährige wegen Raubes vor Gericht. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, Gutachterin Gabriele Wörgötter soll den mittlerweile 15-Jährigen begutachten, ob dieser überhaupt verhandlungsfähig ist. (APA, 29.4.2014)

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