Körpergewicht steigt mit Anzahl der Fastfood-Läden

29. April 2014, 14:37
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Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Je mehr Fastfood-Läden in der Umgebung der Wohnung, der Arbeitsstätte oder auf dem Weg dorthin, desto dicker die Menschen

Immer mehr Menschen essen außer Haus – der schnelle Imbiss zwischendurch ist bequem und spart Zeit. Aber die angebotenen Nahrungsmittel sind nicht immer gesund.

Fertiggerichte wie Hamburger, Pizza, Brathähnchen und Pommes frites enthalten häufig mehr Kalorien als dem Körper gut tun. Daher legen Menschen, die täglich viele Gelegenheiten haben, sich mit Fast Food zu ernähren, auf Dauer an Gewicht zu. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung aus der Grafschaft Cambridgeshire in England.

Eindeutige Abhängigkeit

Der Epidemiologe Thomas Burgoine von der Universität Cambridge hat dort für mehr als 5.000 Erwerbstätige die Zahl der Fast-Food-Läden in der Umgebung von Wohnung, Arbeitsweg und Arbeitsplatz bestimmt und mit den Ernährungsgewohnheiten sowie dem Körpergewicht verglichen.

Das Ergebnis: Es besteht eine eindeutige Abhängigkeit zwischen dem Imbiss-Angebot und dem Körpergewicht. "Die Bewohner mit den meisten Imbiss-Gelegenheiten waren fast doppelt so häufig übergewichtig wie Bewohner aus Gegenden mit den wenigsten Fast-Food-Läden", erklärt Erhard Siegel, Präsident der DDG. Im Durchschnitt hatten die Bewohner 32 Gelegenheiten, sich mit Fast Food zu versorgen.

Übergewicht gehört neben Bewegungsmangel zu den wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für erhöhte Blutzucker- und Blutdruckwerte. Zusammen mit hohen Blutfetten fördern sie das metabolische Syndrom, das oft mit einem Typ-2-Diabetes einhergeht. "Die heutigen Essgewohnheiten sind eine wichtige Ursache für den Anstieg der chronischen Krankheiten geworden", so der DDG-Geschäftsführer Dietrich Garlichs.

Politischer Handlungsbedarf

Deshalb sieht er politischen Handlungsbedarf: "Niemand kann ernsthaft fordern, Fast-Food-Läden zu verbieten", stellt Garlichs klar. Aber die Politik ist aufgerufen, die Entscheidung für eine gesunde Kost einfacher und attraktiver zu machen. So könne man durch eine Zucker-Fett-Steuer auf besonders kalorienhaltige Lebensmittel dafür sorgen, dass gesunde Ernährung günstiger ist als etwa Pommes frites. Mineralwasser sollte günstiger sein als ein Softdrink, darüber hinaus sei eine klare Lebensmittel-kennzeichnung sowie die Angabe der Kalorienmengen in Restaurants wichtig.

Andere Länder sind hier weiter, meint Siegel. In den USA sei es vielerorts vorgeschrieben, für Imbisse die Kalorienmenge anzugeben. In New York dürfen öffentliche Lokale keine ungesunden Transfette verwenden.

Auch in Großbritannien bemüht sich die Regierung um gesünderes Fast Food – die Londoner Verwaltung hat jüngst Richtlinien zur Regulierung von Fast-Food-Läden herausgegeben. In Finnland, Ungarn und Frankreich gibt es bereits Steuern auf hochkalorische Lebensmittel. (red, derStandard.at, 29.4.2014)

  • Das Ergebnis der Studie: Es besteht eine eindeutige Abhängigkeit zwischen dem Imbiss-Angebot und dem Körpergewicht.
    foto: ap/jim mone

    Das Ergebnis der Studie: Es besteht eine eindeutige Abhängigkeit zwischen dem Imbiss-Angebot und dem Körpergewicht.

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