Hauseinsturz in Wien: Schwere Abbrucharbeiten vor Abschluss

29. April 2014, 12:01
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Prognosen über Wiedereröffnung des gesperrten Teil der äußeren Mariahilfer Straße trotzdem noch schwierig

Wien - Die schweren Abbrucharbeiten an dem durch eine absichtlich herbeigeführte Gasexplosion teilweise eingestürzten Altbau in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus sind in der Endphase. Die Äußere Mariahilfer Straße bleibt vermutlich noch bis Anfang nächster Woche gesperrt. Das teilte ein Sprecher der Baupolizei der APA am Dienstag mit. Die Straßenbahn wird in dem betroffenen Abschnitt möglicherweise schon früher unterwegs sein.

"Der Abbruch des Dachstuhls steht vor dem Abschluss, auch die Wände wurden, so weit es notwendig war, weitgehend schon abgebrochen", sagte der Chef des Schadenssanierungsunternehmens Belfor, Heimo Ernst Weiss, der APA. Die Firma Belfor ist beauftragt, das Gebäude in der Mariahilfer Straße 182 bis zur statischen Sicherheit zu sanieren.

Schwierige Vorhersagen

"Es geht Stück um Stück. Vorhersagen sind schwierig, weil man nie weiß, wie es dahinter aussieht", gab Weiss zu bedenken. "Sobald die Sicherungsmaßnahmen beendet sind, werde die Wiedereröffnung Zug um Zug beginnen", sagte Weiss. Die Wiener Linien können dann beispielsweise damit beginnen, die Oberleitungen der Straßenbahn wiederherzustellen.

Am Dienstag befanden sich noch Schutt und schwere Baumaschinen auf dem Gleiskörper der unterbrochenen Linien 52 und 58. "Nach der Freigabe werden wir die Gleisanlagen säubern und auf Schäden kontrollieren", sagte Daniel Amann von den Wiener Linien. Die Fahrleitungen sind wegen der Aufräumarbeiten stadteinwärts weggespannt worden, stadtauswärts wurden sie auf einer Länge von rund 200 Metern demontiert. "Wir haben eine Stromüberbrückung eingebaut und können sofort arbeiten, sobald die Freigabe erfolgt", berichtete der Sprecher. "Das Montieren der Leitungen wird ein paar Stunden dauern."

"Wenn alles klappt, kann die Straßenbahn vielleicht schon am Wochenende wieder fahren", erklärte ein Sprecher der Baupolizei. Autos und Fußgänger müssen hingegen noch warten. Dass die Verbindung vor Montag oder Dienstag geöffnet wird, sei sehr unwahrscheinlich, hieß es.

Frau weiterhin in Krankenhaus

Aus Sicht der Baupolizei gab es noch keine eindeutigen Prognosen über die Zukunft des zerstörten Gebäudeteils. "Wir können noch nicht genau sagen, was erhalten bleibt und wie viel das sein wird", erklärte eine Sprecherin der Behörde gegenüber der APA. Derzeit sei man mit den Sicherungsmaßnahmen und Aufräumarbeiten beschäftigt. Ob die Einsturzgefahr schon völlig gebannt ist, könne ebenfalls noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, hieß es am Vormittag.

Am Mittwoch dürften die Arbeiten mit schwerem Gerät abgeschlossen sein. Ab Donnerstag könnten dann die Sicherungsarbeiten - etwa der Aufbau von Absperrungen - folgen, die für die schrittweise Aufhebung der Sperre nötig seien, erklärte der Sprecher der Baupolizei.

Ein Teil des Hauses war am Samstagvormittag in die Luft geflogen, weil ein 19-Jähriger in Selbstmordabsicht den Gasherd in seiner Wohnung manipuliert hatte. Er wurde etwa fünf Stunden später aus den Trümmern geborgen und starb unmittelbar danach. Eine 48-jährige Frau, die erst nach rund acht Stunden gerettet worden war und Knochenbrüche erlitten hat, wird weiterhin im Krankenhaus auf einer Normalstation behandelt. Im Wiener AKH liegen bereits zahlreiche Interviewanfragen von Medien vor, bisher habe die Patientin dies aber abgelehnt, ebenso nähere Auskünfte über ihre Genesung, hieß es aus dem Spital. (APA, 29.4.2014)

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