Transport: Wachstum löst keine Probleme

Kolumne29. April 2014, 17:44
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Geschäftsmodelle werden das tägliche Zusammenleben nicht voranbringen

Die Menschen haben im Laufe der Entwicklung der Transportmöglichkeiten sehr schnell erkannt, dass jene Gesellschaften im wirtschaftlichen Vorteil sind, die möglichst viel Zeug möglichst schnell transportieren können. Schlussfolgerung: Wachstum der Verkehrsleistung ist gleich Wirtschaftswachstum.

Verknüpft mit der Tatsache, dass inzwischen sogar Experten der Meinung sind, dass uns nur ein einziger Planet zur Verfügung steht, ergeben sich zwei prinzipielle Fragen: Wie viel Wachstum an Verkehrsleistung ist auf begrenzter Fläche noch darstellbar? Wie lange ist das Wachstumsparadigma überhaupt noch durchzuhalten?

Hübsche Geschäftsmodelle

Letztere Frage berücksichtigt offenbar noch niemand von den großen Weichenstellern. Erstere durchaus. Hier entstehen schon hübsche Geschäftsmodelle, die uns als Fortschritt verkauft werden, die letztlich aber nur eine Verdichtung der alten Ideologie darstellen.

Man kann auf elektronische Art Staus vermeiden und ihnen, wenn sie schon entstanden sind, ausweichen. Man kann die Autos dichter hintereinander fahren lassen. Man wird während des Autofahrens zuerst arbeiten können und dann müssen. Lkw-Fahrer holen dann ihre Vehikel an der Autobahnabfahrt nur mehr ab, um sie durch das nicht automatisierte untergeordnete Straßennetz an ihr Ziel zu dirigieren.

Eine Frage der Intelligenz

Das wird man jetzt alles bauen, um bald draufzukommen, dass es intelligentere Lösungen zuhauf gibt, das materielle Zusammenleben zu gestalten. Die sind aber derzeit noch schwierig als Geschäftsmodelle darstellbar. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 25.4.2014)

  • Die sogenannte "Car to Car"-Kommunikation: Soll mehr Sicherheit bringen - aber auch immer mehr Autos auf immer weniger Raum organisieren.
    foto: volvo

    Die sogenannte "Car to Car"-Kommunikation: Soll mehr Sicherheit bringen - aber auch immer mehr Autos auf immer weniger Raum organisieren.

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