Kroatien krankt an Immo-Spekulationen

29. April 2014, 10:51
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Das kroatische Finanzministerium hat den Grund für die schwächelnde Wirtschaft in Immobilien-Spekulationen ausgemacht und warnt vor "totem Kapital"

Zagreb - Immobilien-Spekulationen nach Manier von "Der Wolf von der Wall Street" sind nach Angaben des kroatische Finanzministeriums der Grund, warum die angeschlagene kroatische Wirtschaft nicht aus der Krise kommt. Das tote Kapital in Immobilien betrage knapp 90 Mrd. Kuna (11,83 Mrd. Euro), sagte Boris Lalovac, Stellvertreter des Finanzministers laut Medienberichten am Dienstag.

Verspekuliert hätten sich Unternehmen anderer Branchen, die schnelles Geld machen wollten, und dafür Investitionen in ihre eigene Produktion und Handel vernachlässigten, sagte Lalovac. Schuld seien demnach weder die Finanzkrise, noch die Verwaltung, sondern riskante Investitionen.

Der Immobiliensektor verzeichnete 2008 Einnahmen von 72 Milliarden Kuna und wies Schulden von 33 Mrd. Kuna aus. Ende 2013 betrugen die Einnahmen 41 Mrd. Kuna, die Schulden kletterten auf 69 Mrd. Kuna - mit jenen von eigens für die Immogeschäfte gegründeten Projektfirmen sogar auf 87 Mrd. Kuna. Bevor dieses "tote Kapital" nicht abgetragen wurde, könne es kein Wirtschaftswachstum geben, so Lalovac.

Laut Finanzministerium gibt es in Kroatien 34.000 Projektfirmen, die teilweise kaum Einnahmen ausweisen. Ihre Schulden gegenüber Banken betragen jedoch 12 Mrd. Kuna. Lalovac kritisierte, dass die Spekulation in dem Sektor erst mit Ausbruch der Krise 2009 so richtig begonnen habe. Der Immobilenmarkt aber sei seit sechs Jahren tot und eine Erholung sei nicht in Sicht. (APA, 29.4.2014)

  • Idylle in Kroatien - sie zieht naturgemäß auch Immobileninteressenten an.
    foto: apa/götl

    Idylle in Kroatien - sie zieht naturgemäß auch Immobileninteressenten an.

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