Wofür es mehr Geld gibt und wo gespart wird

Infografik29. April 2014, 10:03
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Die Hypo-Abwicklung hebt das Defizit von 1,4 auf 2,7 Prozent des BIP

Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) hat im Nationalrat am Dienstag das Doppelbudget für 2014 und 2015 vorgestellt. Die folgende Grafik zeigt die Ausgabenobergrenzen für das Jahr 2014 laut Strategiebericht des Finanzministeriums (steht in der Spalte links zum Download bereit):

Wenn Sie den Mauszeiger über die Flächen bewegen, erscheint die Summe.

Das Defizit liegt laut den Daten des Finanzministeriums für 2014 bei 2,7 Prozent des BIP, 2013 betrug es 1,5 Prozent. Vor allem die Abwicklung der Hypo Alpe Adria drückt schwer aufs Budget: Ohne die Pleitebank hätte das Defizit 2014 nur 1,4 Prozent betragen.

Lichte Höhen erreicht die Staatsverschuldung mit 79,2 Prozent, im Jahr 2013 war sie noch bei 74,5 Prozent gelegen. Ohne die Hypo würde der Schuldenstand um 4,6 Prozentpunkte niedriger als die nun vorliegenden 79,2 Prozent liegen. Die Staatsschuld (in den ursprünglichen Plänen eigentlich mit 73,0 Prozent veranschlagt) erreicht damit heuer zum sechsten Mal in Folge einen Rekordwert. In den kommenden Jahren soll sie aber kontinuierlich sinken - 2016 peilt der aktuelle Budgetfahrplan eine Schuldenquote von 75,6 Prozent an, 2018 soll sie dann bei 71,5 Prozent des BIP liegen.

Die Einnahmen des Gesamtstaates liegen laut Budget 2014 bei 72,2 Milliarden Euro, die Ausgaben bei 75,7 Milliarden Euro. Das Defizit beträgt gerundet 3,6 Milliarden Euro. Zum hohen Defizit sagte Spindelegger am Vortag seiner Budgetrede bei einem Hintergrundgespräch vor Journalisten, dies habe nur "einen Grund mit vier Buchstaben, der heißt Hypo". Denn die Kosten werden voll defizit- und schuldenstandwirksam.

 

Böse Überraschung möglich

Für 2014 könnte es freilich noch eine böse Überraschung geben, denn im September wird das neue "Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung" (ESVG 2010) in Kraft treten. Damit werden gröbere Revisionen bei den staatlichen Finanzen durchgeführt. Eine Reihe von Schulden bisher nicht dem Staat zugerechneter Einheiten werden dann dem Gesamtstaat zugerechnet. Damit wird die Schuldenquote weiter nach oben geschraubt, vermutlich über die (zumindest symbolisch bedeutsame) 80-Prozent-Marke. (red/APA, 29.4.2014)

  • Der Strategiebericht des Finanzministeriums als PDF mit vielen Zahlen zum Download:

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