STOXX Europe Low Beta High Div 50

29. April 2014, 09:13
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Unlimitiertes Gewinnpotenzial, maximal 20 Prozent Risiko

Was sich hinter der kryptischen Bezeichnung STOXX Europe Low Beta High Div 50-Index verbirgt, ist die Vereinigung von zwei Anlagestrategien, von denen zumindest "High Div", die Anlage in Aktien mit hoher Dividendenrendite, geläufig sein dürfte - immerhin ist Investmentlegende Warren Buffet erklärter Anhänger dieser Strategie. Das Beta dagegen definiert die Bewegungsfreudigkeit einer Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt. Während ein Index definitionsgemäß immer ein Beta von 1 innehat, deutet ein Aktienbeta größer 1 auf stärkere Schwankungen hin, ein Beta kleiner 1 ("Low Beta") auf geringere Schwankungen. Der Betafaktor – nicht zu verwechseln mit der historischen Volatilität - kann somit durchaus als Gradmesser für (systemisches) Risiko einer Aktieninvestition angesehen werden.

Indexkriterien: Dividendenrendite und Betafaktor

Das Auswahluniversum für den STOXX Europe Low Beta High Div 50 ist der marktbreite, europäische STOXX 600. Hier werden zunächst alle Aktien markiert, die eine höhere Dividendenrendite als der EuroStoxx50 aufweisen. Anschließend werden die 50 Aktien mit dem niedrigsten Beta ausgewählt und nach durchschnittlicher 3-Monats-Handelsliquidität (nicht Marktkapitalisierung!) gewichtet, wobei das Maximalgewicht eines Titels fünf Prozent beträgt. Es ist nicht verwunderlich, dass konjunktursensible, zyklische Werte mit tendenziell höheren Betafaktoren, etwa aus den Sektoren Chemie (2 Titel), Technologie (1) und zuletzt auch Banken & Financials (2), unterrepräsentiert sind, während Versorger (11), Telekommunikation (9), Öl & Gas (6) und Medien (5) und Versicherungen (5) das Gros der Komponenten stellen. Für hinreichende geographische Diversifikation sorgt die Regel, dass maximal acht Aktien aus dem gleichen Land im Index geführt werden. Jährlich im Dezember erfolgt die Indexanpassung und Neugewichtung. Der Index wird in den Varianten Preisindex (ohne Dividendenberücksichtigung) und Net-Return-Index (Reinvestition der Netto-Dividenden) berechnet. Der Schlusstand des Preisindex vom 30.04. definiert das Startniveau für das Zertifikat der Deutschen Bank, das mit einem Kapitalschutz von 80 Prozent ausgestattet ist (ISIN DE000DB9Z6K4). Anleger tragen also maximal 20 Prozent Kapitalverlust, auch wenn der Index am finalen Bewertungstag wesentlich niedriger als 80 Prozent des Startniveaus liegt. An steigenden Kursen sind Anleger dagegen unbegrenzt beteiligt: Ein Anstieg von 20 Prozent zieht einen Rückzahlungsbetrag von 120 Euro nach sich.

ZertifikateReport-Fazit: Das Zertifikat mit teilweisem Kapitalschutz richtet sich an Investoren, die eine Vorliebe für defensive Aktien haben und eine Anlage darin zusätzlich mit einem teilweisen Kapitalschutz versehen möchten. Da die zu erwartenden Dividenden nicht in den Indexstand einfließen, sollten sie von stark steigenden Aktienkursen auf Sicht der nächsten zwei Jahre ausgehen.

Walter Kozubek ist Mitarbeiter des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.
Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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