Pfizer blitzt bei AstraZeneca ab

28. April 2014, 16:49
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Das Angebot von 100 Milliarden Dollar ist den Briten zu wenig, bis Ende Mai haben die Amerikaner nun Zeit, ein neues Gebot vorzulegen

London/New York - Der US-Pharmakonzern Pfizer hat sein milliardenschweres Werben um den britischen Konkurrenten AstraZeneca nun bestätigt. Die Briten bleiben aber hartnäckig. Gespräche am 26. April hätten nicht weitergeführt, hieß es seitens Pfizer am Montag. Ein im Jänner abgegebener Vorschlag mit einem Volumen von rund 100 Mrd. US-Dollar (72 Mrd. Euro) war nicht hoch genug.

Bis Ende Mai haben die Amerikaner nun Zeit, ein neues Gebot vorzulegen und AstraZeneca weiter zu umgarnen. Wenn die Briten einknicken, wäre die Übernahme eine der größten in der Geschichte und die größte Übernahme eines britischen Unternehmens durch Ausländer. Es entstünde der größte Pharmakonzern der Welt. Die Aktien von AstraZeneca legten am späten Vormittag um rund 15 Prozent zu.

AstraZeneca äußerte sich nach etwas Bedenkzeit am Montag erstmals zur Sache. Die von Pfizer ins Spiel gebrachte Bewertung der Aktie von AstraZeneca mit 4661 Pence sei "sehr deutlich" zu niedrig. Der hohe Anteil von Pfizer-Aktien als "Währung" für die Zahlung des Kaufpreises sei ein Problem. AstraZeneca betonte, es glaube unverändert an eine erfolgreiche Zukunft als eigenständiges Unternehmen und die Umsetzung der Strategie, die zu den jüngsten Jahreszahlen vorgelegt wurde.

Pfizer-Chef Ian Read lobte hingegen den Übernahmekandidaten, der von Analysten nicht als bestes Ziel im Markt angesehen wird. "Wir haben großen Respekt vor AstraZeneca und einem stolzen Erbe." Die vergangene Woche vorgelegten Zahlen zeigen die Misere von AstraZeneca: Die Konkurrenz billigerer Nachahmermittel hat den Gewinn im ersten Quartal einbrechen lassen. Pfizer steht wegen ablaufenden Patentschutzes für den Blutfettsenker Lipitor und das Potenzmittel Viagra vor schwierigen Zeiten. (dpa, DER STANDARD, 29.4.2014)

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