Erster Kärntner "Shared Space"-Bereich in Velden

28. April 2014, 14:36
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460 Meter der Ortsdurchfahrt umgebaut - Verantwortliche erhoffen sich Verkehrsberuhigung

Velden - In Velden am Wörthersee wird am kommenden Sonntag der erste "Shared Space"-Bereich in Kärnten eröffnet. 460 Meter der Ortsdurchfahrt wurden in den vergangenen Jahren baulich angepasst. Die Verantwortlichen versprechen sich von dem Projekt "mehr Qualität" - sprich langsameren und weniger Autoverkehr im touristischen Zentrum der Gemeinde.

Seit April 2013 gibt es das Konzept des "Shared Space" bzw. der "Begegnungszone" auch in der österreichischen Straßenverkehrsordnung. Kern des Konzepts ist das Prinzip der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Es existieren keine gesonderten Flächen für Autos und Fußgänger mehr. Dadurch soll die gegenseitige Rücksichtnahme, der Blickkontakt, gefördert und der Verkehr flüssiger, aber auch langsamer werden.

Entscheidung für Begenungszone

In Velden bestand die Notwendigkeit einer Verkehrsberuhigung im Zentrum. Durchschnittlich 8.000 Kraftfahrzeuge, fünf Prozent davon Lkw, passierten durchschnittlich pro Tag den Ort. In der sommerlichen Hochsaison waren es 550 Autos in der Stunde. Eine Fußgängerzone kam in Ermangelung einer Umfahrungsmöglichkeit nicht infrage. Also entschied man sich für das neue Konzept der Begegnungszone.

2,1 Millionen Euro wurden in den Umbau investiert. Gut die Hälfte kam vom Land, die Gemeinde zahlte 600.000 Euro, die örtliche Tourismuswirtschaft 400.000 Euro. Optisch ist die Veldener Begegnungszone deutlich vom Rest der Straßen abgegrenzt. Ein rotbraun gefärbter Asphalt wurde verlegt, die gesamte Straße inklusive des früheren Gehsteigs wurden als eine Ebene gestaltet. Die weiße, rechtwinklig zur Fahrtrichtung verlaufende Bodenmarkierung hat keine unmittelbare Bedeutung für die Verkehrsteilnehmer, sie hat lediglich Gestaltungscharakter.

Es gilt Tempo 30

In der Begegnungszone gilt generell Tempo 30. Parken ist nicht erlaubt, wohl aber Halten und Ladetätigkeit. Radfahrer dürfen nebeneinanderfahren, Fußgänger dürfen prinzipiell als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer auch die nicht mehr ausgewiesene Fahrbahn zum Gehen benutzen, allerdings dürfen sie den Verkehr nicht beliebig behindern.

Die optische Umgestaltung der Begegnungszone war laut Planer Thomas Pilz notwendig, "um das Bild zu beseitigen, die Straße gehöre allein den Autos". Bürgermeister Ferdinand Vouk (SPÖ) verlieh bei einer Pressekonferenz am Montag seiner Hoffnung Ausdruck, dass Velden durch die Begegnungszone tatsächlich verkehrsberuhigt wird. Er verspricht sich in der Folge auch ökologische Verbesserungen für den Ort. Auf eine Zielzahl von passierenden Fahrzeugen will er sich aber nicht festlegen - Hauptsache "weniger". (APA, 28.4.2014)

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