Netanjahu vergleicht Absichten des Iran mit jenen des Dritten Reiches

28. April 2014, 11:36
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Israelischer Premier: So wie der Antisemitismus der Nazis zu lange nicht ernst genommen worden sei, werde heute die iranische Gefahr heruntergespielt

Jerusalem - Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat anlässlich des Holocaust-Gedenktages erneut vor einer Bedrohung seines Landes durch den Iran gewarnt. Vor dem Zweiten Weltkrieg hätten die Staaten und die meisten Juden die von Hitler-Deutschland ausgehende Gefahr aus Angst vor einem neuen Krieg "nicht hören und nicht sehen" wollen, zitierte ihn die Zeitung "Jerusalem Post" am Montag.

"Wie damals gibt es auch heute jene, die die extremen Äußerungen des Irans als nur für den Hausgebrauch gemeint abtun", habe Netanjahu am Vorabend in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in einer Rede anlässlich des Gedenktages hinzugefügt. So wie der Antisemitismus der Nazis zu lange nicht ernst genommen worden sei, werde heute die iranische Gefahr heruntergespielt. Der Vergleich heutiger Bedrohungen mit dem einzigartigen Verbrechen des Holocausts ist in Israel umstritten.

Auch Kritik an Hamas

Am Vortag hatte Netanjahu schon der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas, die den Gazastreifen beherrscht und der Gewalt gegen Israel nicht abschwören will, vorgeworfen, sie strebe die Zerstörung Israels und damit einen zweiten Holocaust an. Er reagierte damit auf die Verurteilung des Holocausts durch Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas, der sich um eine innerpalästinensische Aussöhnung mit der Hamas bemüht.

Zum Holocaust-Gedenktag heulten in Israel am Montag landesweit zwei Minuten lang die Sirenen. Fast alle Menschen unterbrachen ihre Tätigkeiten und verharrten zu Hause und auf den Straßen in stillem Gedenken an sechs Millionen ermordete Juden. In Yad Vashem begann anschließend eine Zeremonie im Beisein des israelischen Präsidenten Shimon Peres und Netanjahus. (APA, 28.4.2014)

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