Freundin 117 Mal geschlagen: RadiumOne feuert CEO

28. April 2014, 11:28
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Videoaufnahmen belasten Gurbaksh Chala, Ex-Chef der Werbeplattform RadiumOne - er dementiert trotzdem

Sein Unternehmen RadiumOne ist ein aufstrebender Stern des Silicon Valleys: Gurbaksh Chahal hatte die Werbeplattform 2009 gegründet, mittlerweile ist sie eine der größten Anbieter für die Echtzeit-Versteigerung von Werbeanzeigen. Ein Börsengang ist geplant, er soll laut Analysten bis zu 100 Millionen Dollar bringen. Zusätzlich kündige RadiumOne eine Partnerschaft mit dem großen Verlag Conde Nast an.

Videoaufnahmen

Das alles, obwohl sich CEO Chahal seit Monaten mit schweren Vorwürfen konfrontiert sieht: Der Entrepeneur soll seine Freundin binnen 30 Minuten 117 Mal geschlagen haben. Der Vorfall sei sogar auf Video dokumentiert, berichtet Newsweek. Trotzdem behauptet Chahal nach wie vor, seine Freundin nicht geschlagen zu haben – vielmehr habe er sein Temparement verloren, weil sie als Prostituierte arbeitete.

Chahal: "Bin Opfer"

In einem am Sonntag veröffentlichten Blogeintrag behauptet Chahal, dass er das Opfer einer Medienkampagne sei und von der Polizei attackiert wurde. Tatsächlich war Chahal laut Recode für die Vorfälle mit seiner Freundin zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Die Behörden hatten sich ursprünglich ein höheres Strafmaß erhofft, das belastende Videomaterial wurde allerdings vor Gericht nicht zugelassen.

Komplizierte Kündigung

Jetzt wurde es der restlichen Führungsebene von RadiumOne offenbar zu bunt: Chahal wurde mit sofortiger Wirkung von allen Funktionen entlassen. Da Chahal als Firmengründer allerdings Anteile an der Firma besitzt, gestaltet sich das Prozedere laut Recode nicht so einfach wie gewünscht.

Vergleicht sich mit Ex-Mozilla-Chef

Laut einem neuen Blogeintrag soll die Führungsspitze Chahal um seinen Rücktritt gebeten haben, doch dieser habe sich geweigert. Chahal vergleicht sein Schicksal dabei mit dem Kurzzeit-Mozilla Chef Brendan Eich, der nach Homophobie-Vorwürfen wieder zurücktreten musste. Chahal kündigte Widerstand gegen den Schritt an.

Chahal hatte in der Vergangenheit bereits zwei Werbeunternehmen gegründet, ClickAgents und BlueLithiums. Beide Firmen wurden für gemeinsam 350 Millionen Dollar verkauft. (fsc, derStandard.at, 28.4.2014)

  • Chahal trat unter anderem in US-TV-Shows auf, etwa "Secret Millionaire" auf FOX
    foto: screenshot/youtube

    Chahal trat unter anderem in US-TV-Shows auf, etwa "Secret Millionaire" auf FOX

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