Rumäniens verlorene Hunde

Ansichtssache28. April 2014, 11:22
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Regelmäßig werden in Bukarest Menschen durch Bisse von Straßenhunden verletzt. Die Regierung wird kritisiert, Tierfreunde bemühen sich um eine Lösung

Bukarest/Wien - Rumäniens einstiger Diktator Nicolae Ceausescu ließ in Bukarest historische Wohnhäuser, Kirchen und Synagogen abreißen und Teile der Altstadt zwangsräumen. Er schaffte Platz für Plattenbauten und sein "Haus des Volkes", das zwischen 1983 und 1989 errichtet wurde. Der heutige "Parlamentspalast" ist Europas größtes Gebäude. Viele Familien mussten damals aus Häusern mit Gärten in kleine Wohnungen umziehen. Für ihre Hunde blieb kein Platz, sie wurden ausgesetzt.

Heute leben Schätzungen zufolge etwa 60.000 Hunde auf Bukarests Straßen. Jedes Jahr werden tausende Menschen angegriffen. Als im September 2013 ein vierjähriges Kind zu Tode gebissen wurde, erließ die rumänische Regierung ein neues Gesetz. Obdachlose Hunde werden seitdem von den Behörden eingefangen und getötet, wenn nicht innerhalb von zwei Wochen ein Zuhause für sie gefunden wird. Die gesetzliche Regelung führte zu Protesten in der Bevölkerung. Tierschützer sprechen von Massentötungen. Die rumänischen Tierheime sind überfüllt.

Der einheimische Fotograf Bogdan Cristel begleitete Tierrechtsorganisationen und Hundefänger und stieß dabei nicht nur auf den amerikanischen Schauspieler Steven Seagal, sondern auch auf ein 13-jähriges Mädchen, das sich im Alleingang um die Rettung der Straßenhunde bemüht. (cmi/derStandard.at, Reuters, 28.4.2014)

foto: bogdan cristel
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Vorbildwirkung: Der amerikanische Schauspieler Steven Seagal adoptierte einen Hund aus einem Tierheim in der Nähe von Bukarest.

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Die 13-jährige Ana-Maria Ciulcu hat ihre Facebook-Seite zu einer Adoptionszentrale umfunktioniert. Etwa 150 Hunde haben mit ihrer Hilfe bereits ein neues Zuhause gefunden - die meisten von ihnen in Deutschland und Österreich.

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Nach einem Besuch beim Tierarzt, den nötigen Impfungen und Papieren, stellt Ana-Maria Fotos der Vierbeiner auf Facebook. Meist muss sie nicht lange auf Interessenten warten.

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In der Zwischenzeit bringt sie die Tiere in der Nachbarschaft unter oder beherbergt sie bei sich zu Hause.

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