Saif al-Islam nimmt per Videoschaltung an eigenem Prozess teil

27. April 2014, 23:04
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Wegen Kriegsverbrechen angeklagter Gaddafi-Sohn wird von Milizen festgehalten

Tripolis - Dem Sohn des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam, wird nun per Video-Schaltung der Prozess gemacht. Von seinem Gefängnis in der Stadt Sintan aus zugeschaltet konnte der Angeklagte am Sonntag erstmals an einer Sitzung im Verfahren gegen insgesamt 37 hochrangige Funktionäre des früheren Regimes in Tripolis teilnehmen.

Saif al-Islam wird von einer Miliz festgehalten, die sich weigert, ihn an die Behörden der Hauptstadt zu übergeben. Der nächste Verhandlungstag ist der 12. Mai.

Todesstrafe droht

Den Angeklagten werden Kriegsverbrechen und Korruption vorgeworfen, einigen droht die Todesstrafe. Der Prozess hat am 24. März begonnen. Saif al-Islam soll sich auch vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.

Menschenrechtler fordern Libyen auf, ihn auszuliefern. Ein fairer Prozess gegen Saif al-Islam und seine Mitangeklagten sei in dem Land derzeit nicht möglich, kritisiert Amnesty International. Die libyschen Justizbehörden hätten derzeit zu wenig Macht, die Rechtsanwälte erhielten nur begrenzt Zugang zu ihren Mandanten und viele der Angeklagten könnten nicht persönlich am Prozess teilnehmen. (APA, 27.4.2014)

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