Muslime fliehen aus zentralafrikanischer Hauptstadt

27. April 2014, 23:03
18 Postings

Konvoi mit 1.300 Muslimen verlässt Bangui - Furcht vor Angriffen mehrheitlich christlicher Milizen

Bangui - Nach wiederholten Angriffen christlicher Milizen hat in der Zentralafrikanischen Republik am Sonntag ein Konvoi mit 1.300 Muslimen die Hauptstadt Bangui verlassen. Nach Behördenangaben sollten sie im Norden des Landes an der Grenze zum Tschad Zuflucht finden. Soldaten der MISCA, der Mission der Afrikanischen Union in der Zentralafrikanischen Republik, begleiteten die 18 Sattelschleppern.

An ihrem bisherigen Wohnort, dem Stadtteil PK-12 von Bangui, wurden die Muslime nach Behördenangaben von mehrheitlich christlichen Milizen bedroht. Die Regierung in Bangui steht der Umsiedlungsaktion der Muslime ablehnend gegenüber. Sie befürchtet, dass die Hauptstadt bald keine muslimischen Einwohner mehr zählen wird. Derzeit leben noch einige tausend Muslime im Viertel-PK 5. Zu ihrem Schutz sind burundische MISCA-Soldaten eingesetzt.

In der Zentralafrikanischen Republik hatte das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Seleka im März 2013 Staatschef Francois Bozize gestürzt und als Nachfolger Michel Djotodia an die Macht gebracht. Dieser löste die Seleka zwar offiziell auf, doch die Milizen sind weiter im Norden des Landes aktiv. Christliche Milizen kontrollieren hingegen den Süden des Landes, wo sich auch die Hauptstadt befindet.

Der Putsch stürzte das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen, in deren Verlauf bereits tausende Menschen getötet wurden. Fast eine Million Menschen befindet sich auf der Flucht. (APA, 27.4.2014)

Share if you care.