Gordon in Gefahr!

Einserkastl27. April 2014, 18:21
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Wenn die Amis aus unserem Cordon Bleu ein Sandwich machen, schreit das nach Rache

Es ist nicht bloß der nahe Staatsfeiertag, der diese mahnenden Worte notwendig erscheinen lässt - sondern die Sorge um eine Errungenschaft, die unsere Kulturnation bislang für sich allein reklamieren durfte: das Gordon, vulgo Cordon bleu.

Hatten wir bislang annehmen dürfen, dass unsere dick gepolsterten, in Frittieröl getränkten Panierlappen ein definitives Statement in Sachen knuspriger Kollaps-Küche darstellen, so rüstet Amerika nun zum Gegenangriff. Kein kleiner Gegner - die dortige Gastronomie hat sich schließlich auch mit tollen Entwicklungen hervorgetan. Jetzt aber wagt Kentucky Fried Chicken, wo Backhendl in vorausschauender Manier im Kübel verkauft wird, einen perfiden Frontalangriff.

Deren "Double Down" geriert sich nämlich auf den ersten Blick als unschuldiges Sandwich, erweist sich bei näherer Inspektion aber als gefährlich gut inszenierte Gordon-Paraphrase: Zwischen zwei fettig gebackene Teile vom Huhn, die - Stichwort Low-Carb - in Farbe und Anmutung unschwer als Brot-Substitut erkennbar sind, packen die Amis jetzt Rauchspeck und Schmelzkäse.

Genial. Während unsereins Mehlspeis-Tiger das Gordon zwar ebenfalls als Brotoid versteht und es folgerichtig mit Preiselbeermarmelade bestreicht, rekonstruiert sich der Ami unser Gordon einfach aus den Einzelteilen und macht es zum Sandwich. Das schreit nach Rache: Wir faschieren den Cheeseburger zur Wurst! (Severin Corti, DER STANDARD, 28.4.2014)

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