Klitschko beendet Langeweile in Runde 5

Ansichtssache27. April 2014, 11:05
172 Postings

Oberhausen - "Mein Kopf war in der Ukraine", sagte Wladimir Klitschko. Sein Körper war in Oberhausen, Deutschland. Und er blieb standhaft. Im Gegensatz zu jenem des Australiers Alex Leapai. In Runde fünf des Schwergewichts-WM-Kampfes musste der 34-Jährige endgültig zu Boden. Klitschko also bleibt Weltmeister der Verbände WBA, IBF, WBO und IBO. Der 62. Sieg im 65. Profikampf, der 53. durch K. o., fiel sportlich leicht.

Leapai wurde zwar in der WBO-Liste an erster Stelle der Herausforderer geführt, liegt in der unabhängigen Weltrangliste aber nur auf Rang 27. Der Kampf verlief entsprechend einseitig. Schon in der ersten Runde musste er erstmals zu Boden, zum dritten und letzten Mal eben in Runde fünf. "Du hast alles gegeben, Respekt", sprach ihm Klitschko zu.

Weil Klitschkos Kopf eben in der Ukraine war, fiel ihm der Kampf doch nicht so leicht. "Was derzeit in meiner Heimat passiert, beschäftigt die ganze Welt." Vor allem Wladimirs älteren Bruder Witali. Auch der 42-Jährige war körperlich in Oberhausen, wiewohl "ein großer Teil meines Herzens" in der Ukraine gewesen sei. "Aber wenn mein Bruder boxt, muss ich dabei sein." Seinen WBC-Titel hatte er zugunsten der Politik zurückgelegt. In den Boxring will er nicht mehr zurückkehren. "Ich werde bald 43 Jahre alt, das macht für mich keinen Sinn." Am Sonntag kehrte er zurück nach Kiew - in den politischen Ring. "Wir kämpfen für Demokratie."

Im Vergleich zur Aufgabe seines Bruders bezeichnete Wladimir Klitschko seinen Job als "Kinderspiel". Im Herbst will er erstmals den WBC-Gürtel holen. "Ich hoffe, die Offiziellen stimmen einem Vereinigungskampf zu."

Witali Klitschko traut es ihm zu. Und nicht nur das. "Er kann locker noch zehn Jahre kämpfen. Wladimir kämpft überlegt, er gibt dem Gegner keine Chance." Ein bisschen war Wladimirs Kopf am Samstagabend also auch in Oberhausen. (rie, sid, DER STANDARD, 28.4.2014)

Bild 1 von 7
foto: reuters/pfaffenbach

Es fing schon schlimm an, mit den Scorpions.

weiter ›
Share if you care.