Haus-Explosion: Ein Mann gestorben, Frau nach acht Stunden aus Trümmern gerettet

28. April 2014, 12:44
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In einem Wohnhaus in der Äußeren Mariahilfer Straße kam es Samstagvormittag aus noch ungeklärter Ursache zu einer Explosion, die zwei Stockwerke zerstörte. Eine Person kam dabei ums Leben

Wien - "Es hat einen furchtbar lauten Knall gegeben, dann sind die Auslagenscheiben zersprungen und die ganze Dekoration umgefallen", schilderte der Inhaber eines Callshops, was er Samstagmorgen in seinem Geschäft in der Äußeren Mariahilfer Straße in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus erlebt hat. Die Ursache des Schadens: Eine Explosion zwei Häuser weiter, die dort die oberen zwei Stockwerke des Gebäudes einstürzen ließ.

Kurz nach 10 Uhr Morgens kam es in dem neben der ARBÖ-Zentrale gelegenen Haus Nummer 182 zu der Detonation. Durch die Wucht stürzte der Dachstuhl in der Mitte ein, Mauerteile wurden nach außen gesprengt.

Einen verschütteten Mann holten Feuerwehr und Rettung rund fünf Stunden nach dem Vorfall unter schwierigen Bedingungen aus den Trümmern. Er wurde auf einer Trage liegend, die mit Seilen an der Bühne einer Drehleiter befestigt war, aus den Trümmern gehoben. Wenig später verstarb der 19-Jährige an Ort und Stelle. 

51 Menschen sind an der Adresse gemeldet. 13 Personen mussten medizinisch versorgt werden und wurden in Krankenhäuser gebracht.

Frau gerettet

Fast acht Stunden nach der verheerenden Explosion in einem Wohnhaus in Wien-Fünfhaus konnte eine 48-jährige Frau am Samstagnachmittag lebend aus den Trümmern des teilweise eingestürzten Gebäudes gerettet werden.

Die Frau hat den Einsturz laut Polizeisprecherin Adina Mircioane in einem Hohlraum überlebt, ist ansprechbar und allem Anschein nach auch nicht schwer verletzt. Sie wurde, nachdem sie von Feuerwehr- und Rettungskräften aus den Trümmern befreit worden war, in ein Krankenhaus abtransportiert.

Suchhunde durchkämmen abschnittsweise die Ruine, ein Polizeihubschrauber sondierte aus der Luft die Lage. Über die Explosionsursache konnte Polizeisprecherin Adina Mirciona Samstagvormittag noch nichts erzählen, dem Vernehmen nach soll das Haus aber nicht an das Gasnetz angeschlossen gewesen sein.

"Es ist von einer sehr starken Druckwelle auszugehen", sagte Feuerwehr-Sprecher Gerald Schimpf gegenüber der APA. "Wodurch diese ausgelöst worden ist, wissen wir noch nicht. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Ursache feststeht."

Die sonst gut befahrene Durchzugsstraße, auf der auch Straßenbahnen verkehren, sah auch eine Stunde nach der Detonation noch wie Schlachtfeld aus. Ein vor dem Unglückshaus geparktes Auto war fast bis zum Dach in Schutt eingegraben, Ziegel blockierten die Straßenbahngeleise. Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite war der Gehsteig mit Scherben zerborstener Scheiben übersät. "Ich glaube, es ist dem regnerischen Wetter geschuldet, dass nicht mehr passiert ist", sagte ein Feuerwehrmann zur Tatsache, dass keine Passanten verletzt wurden.

Straßenbahn bis Sonntag behindert

Über 100 Feuerwehrmänner standen im Einsatz, die Aufräumarbeiten dauerten Stunden. Bei den Wiener Linien ging man davon aus, dass die Straßenbahnlinien 52 und 58 bis Sonntag nur zwischen Hummelgasse und Baumgarten fahren werden. Der Autoverkehr wird lokal umgeleitet.

Erst vor zehn Tagen war es in der Wiener Innenstadt zu einem aufsehenerregenden Brand nach einer Explosion gekommen. Ein 44-Jähriger soll in dem Haus am Hohen Markt in seiner Wohnung mittels Benzin einen Brand gelegt haben. Durch die Verpuffung stürzte die Wand zur Nachbarswohung ein, eine 23-jährige Studentin starb. 17 weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. (moe, red, derStandard.at, 26.04.2014)

  • Aufnahme vom Unglücksort auf der Äußeren Mariahilferstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk. Mehr Bilder sehen Sie hier.
    foto: apa-foto: herbert p. oczeret

    Aufnahme vom Unglücksort auf der Äußeren Mariahilferstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk. Mehr Bilder sehen Sie hier.

  • Artikelbild
    foto: epa/michael schuster
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    Feuerwehreinsatz bei dem betroffenen Haus. derStandard.at/Stefan Schlögl

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    Video vom Rettungseinsatz. derStandard.at/Stefan Schlögl

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