Ein Lob auf fröhliches strenges Denken

26. April 2014, 12:00
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Petra Maitz' Visualisierungen erdgeschichtlicher, pflanzlicher, klimatischer und politischer Phänomene

Es ist ein Spagat, doch die Angewandte ist ein Ort, an dem man ihn üben und in manchen Fällen zur Meisterschaft bringen kann: Petra Maitz, Konzeptkünstlerin und fast fertigstudierte Medizinerin aus Wien, hat die Verbindung von Wissenschaft - genauer: Evolutionstheorie und -biologie - und freier Kunst in eine beeindruckende Dissertation gefasst.

Zeichnen als Vorstufe zur Sprache der Forschung, das war ihr Leitgedanke. Er hat sie auf Erkundigungen vom Institute for Evolution and Cognition Research in Altenberg bis nach Australien begleitet und retour, mit Zwischenaufenthalten auf mehreren Kontinenten. Haeckel, von Linné, da Vinci und andere Zeichner/Denker waren Vorbilder. Man sieht es und freut sich.

Ihre "Visualisation of Evolution", die Visualisierungen erdgeschichtlicher, pflanzlicher, klimatischer, politischer Phänomene mithilfe von Skizzen und Kopien, Aquarellen und Tabellen nehmen ein Gutteil des gewichtigen Softcovers ein. Dabei berücksichtigt sie, wie im theoretisch orientierten zweisprachigen Mittelteil erläutert, neue Paradigmen der Entwicklungslehre.

Eine Übersicht über vielfältig spannende künstlerische Arbeiten von Maitz aus den letzten 20 Jahren, hauptsächlich Installationen, vervollständigt den Band. Das bunte, lebendige Lob auf so fröhliches wie strenges Denken sei vielen Lesern empfohlen, ganz besonders den angehenden Studenten von allem Angewandten. (Michael Freund/DER STANDARD, 26.4.2014)

  • Petra Maitz, "Visualisation of Evolution". € 47,23 / 360 Seiten. Ambra V / Medecco, edition: angewandte, Wien 2014. Das Buch wird am 29. April um 18 Uhr in der Universität für angewandte Kunst Wien, Kokoschkaplatz 2, vorgestellt.
    coverfoto: ambra v / medecco, edition: angewandte

    Petra Maitz, "Visualisation of Evolution". € 47,23 / 360 Seiten. Ambra V / Medecco, edition: angewandte, Wien 2014. Das Buch wird am 29. April um 18 Uhr in der Universität für angewandte Kunst Wien, Kokoschkaplatz 2, vorgestellt.

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