Die Frauen der Bundeshymne

25. April 2014, 17:36
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Die kabarettistische Collage "Große Töchter" im Kosmostheater Wien lässt Fragen offen

Wien - Hinter dem Künstlerteam "Die Heroldfliri" verbirgt sich das Duo Barbara Herold (Text, Regie) und Maria Fliri (Schauspiel). Ihre Theaterarbeiten reflektieren vorzugsweise konkrete politische Fragen. Covergirl (2008) etwa widmete sich der Abu-Ghraib-Soldatin Lynndie England, Von Hollywood nach Uganda (2012) einem realen Kindersoldatenfall.

Im jüngsten Stück, das in Koproduktion mit dem Kosmostheater entstanden ist, sind es die Großen Töchter des Landes. Jene österreichischen Menschen weiblichen Geschlechts, die nach einem Parlamentsbeschluss 2011 nun auch wörtlich in der Bundeshymne verankert sind. Die Wien-Premiere am Donnerstagabend hat - nach der Uraufführung in Feldkirch Ende März - aber viele Fragen offengelassen.

Große Töchter ist denn nichts anderes als eine in einem performativ kabarettistischen Grundton aneinandergereihte Miniporträtserie von erfolgreichen Frauen wie der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner, der Filmdiva Hedy Lamarr oder der Flüchtlingshelferin Ute Bock (neben Fliri spielt Peter Bocek). Das allein rechtfertigt noch keinen Theaterabend. Zudem geht es in den kurzen biografischen Abrissen weniger um das Verdienst der Frauen als vielmehr um das Herausschlagen "witziger" Schauwerte wie die lächerliche Lockenpracht der Skiweltmeisterin Erika Schinegger oder deren "lustigen" Kärntner Dialekt. Das ist zu wenig. (DER STANDARD, Margarete Affenzeller, 26./27.4.2014) 

  • Maria Fliri als Hedy Lamarr im Kosmostheater Wien.
    foto: mark mosman

    Maria Fliri als Hedy Lamarr im Kosmostheater Wien.

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