Strahlentherapie: Handlungsbedarf bestätigt

25. April 2014, 16:40
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Die bestehenden Mängel in der Kapazität der Strahlentherapie in Österreich sollen jetzt in Angriff genommen werden - Erstes Gespräch zwischen Vertretern der Ostregion mit Patientenanwälten und Radio-Onkologen

Die laut einer europäischen Vergleichsstudie und österreichischen Radio-Onkologen bestehenden großen Mängel in der Kapazität der Strahlentherapie in Österreich sollen jetzt in Angriff genommen werden. Am 25. April fand ein erstes Gespräch von Vertretern der Ostregion (Wien, NÖ und Burgenland) mit den Patientenanwälten und Strahlen-Experten statt. Es soll zunächst zu einer Bedarfsanalyse kommen.

"Das Gespräch war konstruktiv. Alle waren mit dem Ergebnis zufrieden", sagte der niederösterreichische Patientenanwalt und Sprecher der österreichischen Patientenanwälte Gerald Bachinger. Von allen Teilnehmern "unbestritten" sei der vorhandene Handlungsbedarf gewesen. Dieser gehe aber über die drei Bundesländer hinaus. Deshalb will der Patientenanwalt bei der nächsten Bundesgesundheitskommission Ende Juni den Antrag stellen, dass die "Gesundheit Österreich" damit beauftragt wird, eine Bedarfserhebung durchzuführen.

Management unter die Lupe nehmen

Dies solle einerseits den Ist-Zustand belegen, andererseits auch die notwendigen Strahlentherapiekapazitäten - speziell für Krebserkrankungen - Art und Typ der notwendigen Geräte in Zukunft darstellen. Mankos dürfte es zumindest auch in der Steiermark und in Kärnten geben.

Überdies wolle man laut Patientenanwalt das Management der oft langwierigen Krebserkrankungen unter die Lupe nehmen. Es sei offenkundig, dass bei langen Wartezeiten bereits bei der Diagnose auch später Verzögerungen möglich seien. Kurzfristig werde auch an einer Optimierung an den vorhandenen Strahlentherapieabteilungen mit deren Geräten gearbeitet werden. Zur bestmöglichen Auslastung der Ressourcen sollen zum Beispiel Dienstabläufe verbessert und damit Wartezeiten reduziert werden. Der Aufbau neuer Linearbeschleuniger-Anlagen und die Ausbildung des notwendigen Personals benötigt allerdings einige Jahre.

Weiters soll es über Health Technology Assessment zu einer Analyse kommen, wo die "begrenzten Mittel" bestmöglich eingesetzt werden können und die Patienten am meisten davon profitierten. Das gilt insbesondere für die häufigsten Krebserkrankungen wie Mamma-, Prostata- und Lungenkarzinome.

Kapazitätsmängel sind gut belegt

Die Kapazitätsmängel bei der Strahlentherapie in Österreich sind bereits jetzt gut belegt: Die Richtwerte des Österreichischen Strukturplanes Gesundheit liegen laut Ärztekammer bei einem strahlentherapeutischen Großgerät pro 100.000 bis 140.000 Bewohner.

"Demnach müsste es in Österreich mindestens 64 Geräte geben, tatsächlich gibt es 43. Damit fällt Österreich gegenüber west- und nordeuropäischen Ländern deutlich ab. Für eine Million Einwohner stehen hierzulande durchschnittlich fünf Linearbeschleuniger zur Verfügung, in Westeuropa sind es sieben", erläuterte vor kurzem Karin Kapp von der MedUni Graz, die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Radio-Onkologie, Radiobiologie und Medizinische Radiophysik.

Besonders arg sei der Mangel in Ostösterreich. "Wir verlieren Menschenleben. Jeder Tag, den wir (bei Krebspatienten; Anm.) verlieren, bedeutet schlechtere Überlebenszeiten", erklärte auch der Wiener Strahlentherapeut Robert Hawliczek vom SMZ-Ost. (APA, 25.4.2014)

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