Warum Apple ein Bezahlsystem entwickeln sollte

25. April 2014, 18:34
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Dank iPhone und iTunes hat Apple beste Startvoraussetzungen für ein neues Bezahlsystem

iWatch, iTV, iCar: Viel wurde in den vergangenen Jahren über Apples "nächstes großes Ding" spekuliert. Bis es dieses der Öffentlichkeit präsentiert werde, dauere es aber noch, so Apples Chef Tim Cook am Donnerstag. Er ist vorerst damit zufrieden, konstant Macs, iPhones und iPads zu verbessern – und die Zahlen geben ihm bislang Recht.

Unruhe unter Investoren

Dennoch machte sich unter Investoren und Analysten zuletzt eine gewisse Unruhe breit: Während Konkurrenten in spektakulären Deals Start-Ups aufkauften, etwa Facebook Oculus Rift oder WhatsApp, und andere Rivalen eigene Utopien in die Tat umsetzen (etwa Google Glasses), war es um Apples Sinn für Erfindungen ruhig geworden.

Apple Bezahlsystem

Jetzt spekulieren Analysten, dass Apple heimlich an einem neuen mobilen Bezahlsystem arbeiten könnte, das in Konkurrenz zu PayPal oder dem Google Wallet treten könnte. Grund dafür ist Tim Cook selbst: Bei der Präsentation der Apple-Ergebnisse legte er großen Wert darauf, dass iTunes mittlerweile 800 Millionen Nutzer habe. Viele dieser Accounts seien mit Kreditkarten verbunden.

iPhones + iTunes

Damit führt Apple weit vor anderen Anbietern – Amazon habe etwa "nur" 237 Millionen aktive Nutzer, so Wired. Gleichzeitig sei Apple dank seiner iPhones aber ein führender Smartphone-Hersteller. Kombiniert man diese beiden Eigenschaften und versucht, aus dem Ergebnis noch mehr Gewinn zu machen, ist ein mobiles Bezahlsystem die logische Konsequenz.

iBeacon: Einzelhandel revolutionieren

Zusätzlich dazu ist Apple dank iBeacon abseits der großen Öffentlichkeit zu einem führenden Anbieter von Bluetooth-Technologie im Einzelhandel geworden. Durch iBeacon können Nutzer per NFC bezahlen, aber auch individualisierte Sonderangebote auf ihrem Smartphone erhalten, sobald sie ein Geschäft betreten.

Durch den Fingerabdruckscanner – dessen Sicherheit von Experten bestritten wird – erweckt das iPhone zumindest den Anschein, ein vertrauenswürdiger Kreditkarten- oder Bankomatkartenersatz zu sein. Zusätzlich könnte Apple aber auch im Internet als Paypal-Alternative auftauchen, spekuliert Wired.

Transaktiondaten sehr wortvoll

Das stärkste Argument, das für die Entwicklung eines Bezahlsystems spricht, sind aber die daraus generierten Daten: Apple könnte nachvollziehen, welche Produkte wer wann wo kauft.

Diese Daten gelten als wertvollste Datensätze überhaupt und sind für die Werbebranche um einiges interessanter als Suchmaschinenanfragen oder sogar persönliche Informationen. Dabei ist es genau der Datenmarkt, auf dem Apple laut Analysten Facebook und Google hinterherhinkt.

Vertrauenswürdiges Apple

"Nutzer vertrauen Apple", so Patrick Salyer, Chef des Online-Identifikationsdienstes Gigya, "daher könnte Apple gut im Bezahlmarkt performen." Gegenüber der Washington Post nennt Salyer zusätzlich die breite Palette an mobilen Apple-Produkten einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. (fsc, derStandard.at, 25.4.2014)

  • Ein Bezahlinstrument könnte sich auch aufgrund der daraus generierten Daten als lukrativ erweisen
    foto: reuters/latif

    Ein Bezahlinstrument könnte sich auch aufgrund der daraus generierten Daten als lukrativ erweisen

  • Fingerabdruckscanner auf iPhones erwecken den Anschein von Sicherheit
    foto: reuters/su

    Fingerabdruckscanner auf iPhones erwecken den Anschein von Sicherheit

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