Mourinho und das Haar in Liverpools Suppe

25. April 2014, 14:30
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Chelsea könnte die "Reds" im Schlager noch ins Stolpern bringen - City mit der Pflichtaufgabe gegen Crystal Palace - Debüt für Giggs bei United

Es wäre der nächste große Schritt in Richtung des ersten englischen Fußball-Meistertitels seit 24 Jahren. Tabellenführer Liverpool fiebert dem Premier-League-Schlager am Sonntag (15.05 Uhr/live Sky) gegen Chelsea entgegen. Mit einem Sieg, dem zwölften in der Liga in Serie, wären die "Reds" einen Konkurrenten los. Dann könnte ihren ersten Meistertitel seit 1990 nur noch Manchester City verhindern.

Die "Citizens" hoffen, dass Chelsea-Trainer Jose Mourinho seine Ankündigung nicht wahr macht - und trotz fünf Punkten Rückstand und dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch gegen Atletico Madrid seine stärkste Formation aufbietet. Der Vizemeister ist auf Schützenhilfe angewiesen, liegt er bei einem Spiel weniger drei Runden vor Schluss doch sechs Zähler hinter Liverpool.

Liverpool überrascht sich selbst

City muss seine Hausaufgaben bei Favoritenschreck Crystal Palace, der zuletzt fünf Siege in Serie gefeiert hat, machen. Fußball-England aber blickt nach Anfield, wo Liverpool endgültig Kurs auf den 19. Meistertitel der Club-Geschichte nehmen könnte. "Die Wahrheit ist, dass wir uns in dieser Saison selbst überrascht haben", sagte Starstürmer Luis Suarez. "Wir haben eigentlich gar nicht den Kader, um ganz vorne zu sein."

Der Uruguayer, der in 30 Ligaspielen bereits 30 Saisontore erzielt hat, spielte damit auf die großen Investitionen der Konkurrenz an - allen voran Chelsea, ManCity und Arsenal. Letztere hätten im Vorsommer auch Suarez gerne verpflichtet, Liverpool blieb aber trotz eines 40-Millionen-Pfund-Angebotes (48,6 Mio. Euro) standhaft. "Wir dagegen sind mit so geringen Investitionen in dieser Position. Das ist unglaublich", erinnerte Suarez.

Liverpool nutzte die Gelegenheit, dass bei den drei Großclubs Chelsea, City und Titelverteidiger Manchester United in dieser Saison allesamt neue Trainer am Werk waren. Seit Anfang Februar dauert der Erfolgslauf in der Liga an. Zuletzt präsentierte sich vor allem Jungstar Raheem Sterling in Überform. Bei Chelsea fällt neben Torhüter Petr Cech auch Abwehrchef John Terry verletzt aus.

Stolzer Giggs

Dazu könnte Mourinho tatsächlich mit einem B-Team auftauchen. Die Entscheidung liege beim Club, erklärte der Portugiese, der sich bei der Aufstellung sonst für gewöhnlich nicht dreinreden lässt. "Ich weiß, was ich tun würde, aber ich bin nicht der Club", hatte Mourinho nach dem 0:0 im CL-Hinspiel bei Atletico angekündigt. "Ich würde mit den Spielern spielen, die am Mittwoch nicht dabei sind."

Im Mittelpunkt steht am Samstag auch ein anderer Trainer: Ryan Giggs. Die Clublegende hat bei ManUnited als Interimscoach den glücklosen David Moyes abgelöst. "Das ist wahrscheinlich der stolzeste Moment meiner Karriere", sagte der 40-jährige Waliser vor dem Heimspiel gegen Norwich City. 962 Pflichtspiele hat Giggs in 23 Jahren für United absolviert. Vergangene Woche saß der Rekordmann noch als Ersatzspieler auf der Bank. (APA, 25.04.2014)

  • Feinspitz.
    foto: reuters/perez

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