Aus für die "Ladies Weeks" in der Ski amadé

25. April 2014, 13:34
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Skiverbund beendet Frauenangebot in touristischer Randsaison wegen Bedenken nach dem Gleichbehandlungsgesetz

Großarl/Bez. St. Johann im Pongau/Schladming - Sie waren ein Bettenfüller in einer touristisch "toten" Randzeit: die "Ladies Weeks" mit unter anderem Gratisskipässen für Frauen im Skiverbund amadé in Salzburg und im steirischen Schladming. Doch nun sind sie über das Gleichbehandlungsgesetz gestolpert, weil Männer benachteiligt werden. Die gemeinsame Aktion der Skigebiete ist Geschichte, nicht überall will man sich aber geschlagen geben.

Geheimtipp waren die Ladies Weeks für Interessierte keiner mehr: eine Woche Skiurlaub mit Gratisskipass, dazu einen Tag Ski- und Sportgerätetest sowie einen Tag mit einem Skiguide gratis. Und so gut wie jeden Abend Party, heuer unter anderem mit Andreas Gabalier.

Und wo viele Frauen sind, sind auch die Männer nicht weit. In Zahlen ausgedrückt heißt das 3.600 verkaufte Pakete in der letzten Märzwoche 2014, davon 1.420 alleine in Großarl. "Mit den Damen und den mitreisenden Herren waren das 17.000 Übernachtungen und zwei Millionen Euro Umsatz", rechnete Thomas Wirnsperger, Geschäftsführer des Tourismusverbands Großarltal, am Freitag vor. "Das ist fast das Vierfache einer normalen Woche Ende März." Großarl begann als erste Region mit der Aktion, die später auf die ganze Ski amadé ausgeweitet wurde.

Interesse im 15. Jahr erwacht

Doch im 15. Jahr interessierte sich die Gleichbehandlungsanwaltschaft für das Frauen-Package und wies nach einem Schriftwechsel darauf hin, dass von einer unmittelbaren Diskriminierung aufgrund des Geschlechts auszugehen sei und Benachteiligte - sprich: Männer - Schadenersatz einklagen könnten. Da formal die Quartiergeber den weiblichen Gästen den Skipass schenken - auch wenn alle beteiligten Partner mitzahlen -, könnte es sein, dass ausgerechnet ein "kleiner" Privatvermieter geklagt würde, und das wolle man nicht riskieren, begründete Wirnsperger, weshalb die Skiwelt amadé reagieren musste.

"Es tut mir wirklich leid um dieses Erfolgsmodell, aber wir können es wegen der Einschaltung der Gleichbehandlungsanwaltschaft nicht mehr anbieten. Wir wollen uns zu 100 Prozent an die Gesetze halten", bestätigte Ski-amadé-Geschäftsführer Christoph Eisinger entsprechende Medienberichte. Pauschalwochen würden zu dieser Zeit ohnedies angeboten, spezielle Angebote nur für Frauen künftig aber nicht mehr.

Zumindest im Großarltal will man sich aber nicht ganz geschlagen geben: "Den Gratisskipass für Damen wird es nicht mehr geben, aber besondere Leistungen, Ermäßigungen und ein Rahmenprogramm für alle schon", sagte Wirnsperger. Und auch an der Bezeichnung "Ladies Week" wolle man festhalten: "Die ist ja fast schon eine Marke geworden." Dass man es ernst meint, beweist ein Blick auf die Homepage: Die "16. Lady-Skiwoche vom 21.3.-28.3.2015" wird dort bereits angekündigt. (APA, 25.4.2014)

  • Die Gleichbehandlungsanwaltschaft wies darauf hin, dass von einer unmittelbaren Diskriminierung aufgrund des Geschlechts auszugehen sei. Die Skiwelt amadé reagiert und beendet die "Ladies Weeks".
    foto: ski amadé

    Die Gleichbehandlungsanwaltschaft wies darauf hin, dass von einer unmittelbaren Diskriminierung aufgrund des Geschlechts auszugehen sei. Die Skiwelt amadé reagiert und beendet die "Ladies Weeks".

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