"Radelt zur Arbeit": Projekt soll Stubenhocker aus der Stube bringen

30. April 2014, 14:03
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Am 1. Mai startet zum vierten Mal die Aktion "Österreich radelt zur Arbeit". Im vergangenen Jahr legten die Teilnehmer mehr als eine Million Kilometer zurück

Wien - Radfahren ist zunächst einmal gesund, Bewegung tut gut. Das belegen zahlreiche Studien. "Mir fällt kein Organ ein, das nicht von Bewegung profitieren würde", sagt Umweltmediziner Hanns Moshammer von der Med-Uni Wien. Das Sterberisiko sei bei 20- bis 60-Jährigen um 28 Prozent geringer, wenn sie täglich 15 Minuten in die Arbeit radeln, besagen auch Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Wen das noch nicht zum Umstieg auf das Fahrrad bewegt, den soll die Aktion "Radelt zur Arbeit" motivieren. In Teams von zwei bis vier Personen sollen Beschäftigte mindestens die Hälfte aller Arbeitswege im Monat Mai auf dem Drahtesel zurücklegen. Das sei nicht nur gesund, sondern auch umweltfreundlich und spare zudem Zeit und Geld, meint die Radlobby IGF, die die Aktion im Jahr 2011 initiierte.

Rund 2.700 Teams aus 1.650 Firmen haben sich heuer bereits österreichweit angemeldet. "Man kann die Stubenhocker aus der Stube bringen", sagt Umweltmediziner Moshammer. Das zeigten die Zahlen in anderen Städten wie Barcelona und Sydney: Werden Radwege ausgebaut oder Radleihsysteme eingeführt, sind mehr Menschen motiviert, in die Pedale zu treten.

Kosten- und Zeitersparnis

"Radelt zur Arbeit" findet parallel in allen neun Bundesländern statt. Im Jahr 2013 waren mehr als 17.000 Personen registriert, mehr als eine Million Kilometer wurden zurückgelegt und dabei 177 Tonnen CO2-Schadstoffausstoß vermieden. Für die teilnehmenden Radler errechnete die Wirtschaftskammer Österreich im Vorjahr für Unternehmen wirtschaftliche Kosteneinsparungen von rund 2,2 Millionen Euro. Körperliche Betätigung senke nämlich die Anzahl der Krankenstandstage. Für die motivierten Strampler bedeutet das Radeln eine Zeitersparnis. Studien zufolge ist man in der Stadt auf Strecken bis zu fünf Kilometern schneller als mit dem Auto.

Wer mitmachen möchte, kann sich online unter radeltzurarbeit.at anmelden und ein Team gründen oder sich einem Team im eigenen Betrieb anschließen. Von 1. bis 31. Mai soll mindestens die Hälfte der Werktage in die Arbeit geradelt werden. Teams, die das Ziel erreichen, nehmen an der Schlussverlosung teil. Die gefahrenen Tage und Kilometer werden via Website, Smartphone-App oder Teampass aufgezeichnet. Als zusätzliche Motivation winken dieses Jahr täglich Preise beim Radellotto: Das Los entscheidet, welcher Teilnehmer angerufen wird - wer an diesem Tag mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist, gewinnt. (Christa Minkin, derStandard.at, 30.4.2014)

  • Im Mai heißt es wieder Fahrradfahren und Preise gewinnen. Die Aktion "Radelt zur Arbeit" findet heuer zum vierten Mal und in ganz Österreich statt.
    foto: christian fürthner

    Im Mai heißt es wieder Fahrradfahren und Preise gewinnen. Die Aktion "Radelt zur Arbeit" findet heuer zum vierten Mal und in ganz Österreich statt.

  • Im Teampass wird eingetragen, wie viele Arbeitstage und Kilometer mit dem Rad zurückgelegt wurden.
    foto: christian fürthner

    Im Teampass wird eingetragen, wie viele Arbeitstage und Kilometer mit dem Rad zurückgelegt wurden.

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