TU Wien bilanzierte erstmals seit drei Jahren wieder positiv

25. April 2014, 11:57
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Für Unirat-Chef Sorger durch Mix aus höheren Einnahmen und Kostendisziplin möglich. Stagnierendes Stammpersonal bringt Uni "an unsere Grenzen"

Wien - Die Technische Universität (TU) Wien hat 2013 erstmals nach drei Jahren wieder positiv bilanziert. Dies sei "durch einen guten Mix aus höheren Einnahmen, aber auch Kostendisziplin erreicht worden, der sich das gesamte Unternehmen aufgrund der angespannten Situation unterworfen hat", sagte der Vorsitzende des Universitätsrats, Veit Sorger, am Freitag bei der Präsentation der TU-Wissensbilanz.

Die TU hat in den Jahren 2010 bis 2012 negativ bilanziert, 2010 etwa mit einem Minus von 18,6 Millionen Euro. Das Bilanzergebnis lag 2013 dagegen bei 18 Millionen Euro, der Liquiditätsstand betrug 1,1 Millionen Euro. Sorger erwartet, dass die vorgenommenen Anpassungen bis zum Ende der laufenden Leistungsvereinbarung (LV) 2015 nachwirken und voraussichtlich auch 2014 und 2015 positiv abgeschlossen werden.

"An unsere Grenzen gebracht"

"Dieser Prozess der finanziellen Konsolidierung hat uns an unsere Grenzen gebracht, die teilweise auch überschritten wurden", sagte TU-Rektorin Sabine Seidler. So sei man nach den schon bekannt schlechten Betreuungsverhältnissen in den Studienrichtungen Architektur und Informatik auch in Maschinenbau und Technischer Chemie "kaum in der Lage, die Studentenzahlen zu bewältigen".

Einer der Gründe dafür ist die Stagnation beim Stammpersonal: 2006 waren 1132 Wissenschafter (Vollzeitäquivalent) aus dem Globalbudget der Uni finanziert, 2013 mit 1150 praktisch gleich viele. Auf jeden habilitierten Wissenschafter kommen damit 72 Studenten, so Seidler: "Das liegt jenseits aller internationaler Kapazitätsannahmen", wo man von rund 35 Studenten pro Wissenschafter ausgehe. Dagegen hat sich in diesem Zeitraum das aus Drittmittel finanzierte und daher befristet angestellte Personal von 750 auf 1089 deutlich erhöht.

Mitarbeiter für Industrie sichern

Die Investitionen lagen im Vorjahr bei 18 Millionen Euro (12 Millionen Euro für Forschungsinfrastruktur, 6 Millionen Euro für Gebäude). "Wir hätten gerne mehr investiert und sollten schon wieder in die Größenordnung von 30 Millionen Euro kommen", sagte Sorger. Er äußerte in diesem Zusammenhang auch seine "Besorgnis" über die nächste LV 2016 bis 2018 und sieht die Technischen Universitäten als "Schwerpunkt für die Standortpolitik". Sorger: "Wir müssen in den Verhandlungen für die nächste LV zusehen, die Technischen Universitäten so auszustatten, dass sie die Ausbildung der zukünftigen Mitarbeitern für die Industrie sicherstellen können."

Mit einem Anstieg von 41,8 auf 81,8 Millionen Euro haben sich seit 2006 die Drittmitteleinnahmen der TU nahezu verdoppelt. Dabei sind die Erlöse aus der Auftragsforschung von 16,7 auf 27,5 Millionen Euro gestiegen, die Förderungen durch die EU von 8,8 auf 14,6 Millionen Euro, durch den Wissenschaftsfonds FWF von 5,2 auf 17,2 Millionen Euro und durch die Forschungsförderungsgesellschaft FFG von 4,2 auf 11,1 Millionen Euro.

Mit im Vorjahr 65 angemeldeten und 28 erteilten Patenten ist die TU laut Seidler die führende Universität. "Mit 16 national erteilten Patenten können wir selbst mit den innovativsten Firmen mithalten". (APA, 25.04.2014)

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